Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- III (5693) 1932/33
- Issue
- Heft 8-9 (Mai 1933)
- Date
- 1933-05-01
- Page
- Seite 274 (sequence 42)
- Belongs to
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174 Jüdische Jugendbewegung VI. Von Dr. Harry Abt. Esra. Vorbemerkung: Verf. legt Wert auf die Feststellung, dass er selbst im Esra tätig war und, obwohl wegen ״Überalterung“ seit langem inaktiv, sich heute noch als dem Esra verpflichtet betrachtet. Aus diesem Grunde hat er — in Befolgung eines alten Bundestags-Beschlusses — nachstehenden Artikel vor seiner Drucklegung der jetzigen Bundesleitung vorgelegt. I. ' Bei der Entstehung des jüdisch-orthodoxen Jugendbundes Esra wirkten mehrere Faktoren zusammen, die als solche nach außen hin heute kaum erkennbar sind, deren Tendenzen aber aufgezeigt werden müssen, um den Weg des Esra bis zur Gegenwart zu verstehen. Zunächst der Name: Man nannte den Zusammenschluß der jüdischen Jugend Esra. denn man wollte dem anderen Helfer sein. Und gleichzeitig war lebendig der Gedanke an עזרא הספר, der von Persien nach Jeruscholajim zog und dort ein großes Werk der jüdischen Renaissance begann. Aber diese Namengebung, mag man sie nun als nebensächlich betrachten oder ihr symbolischen Wert zusprechen, war zu Beginn der Esra-Bewegung noch sehr umstritten. Schon seit 1915 gab es in Posen, in Breslau sowie einigen oberschlesischen Städten jüdisch-orthodoxe Jugendbünde, die unter dem gemeinsamen Namen ״Jeschurun“ eine lose Verbindung miteinander hatten, ln Köln bestand ein Jugendbund ״Esra“ mit gleicher Tendenz. Der Krieg behinderte die propagandistische Tätigkeit )dieser Gruppen, es wurde jedoch eine recht intensive Innenarbeit geleistet. Dann kam der Würzburger Bundestag der Agudas-lisroel-Jugendorganisation im Juli 1918. Die Agudas Jisroel, besorgt und bemüht um einen lebendigen Nachwuchs für ihre eigene Bewegung, glaubte ihren Jugendgruppen — in Wahrheit eine damals schon reichlich ״alte“ Jugend — einen neuen Impuls geben zu müssen durch Schaffung von Gruppen wirklich jugendlicher Altersstufe. Und das nicht nur aus Sorge um den eigenen Bestand. Damals war die ״neutrale“ Periode in der Entwicklung des Wanderbundes ״Blau-Weiß“ zu Ende.* * Manchen Lesern dieser Zeilen werden vielleicht noch diesbez. Konflikte in Strassburg u. Berlin in Erinnerung sein.