Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- III (5693) 1932/33
- Issue
- Heft 8-9 (Mai 1933)
- Date
- 1933-05-01
- Page
- Seite 269 (sequence 37)
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2551369-2551370-2551376--1191-2552700- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
269 Schäften. Trotzdem dürften ähnliche Gedankeng:änge oft zeigen, daß große Teile der modernen .Wissenschaft schon rein begrifflich nicht in Widerspruch zu Lehren der תורה geraten können, weil sie beide grundverschiedene Gegenstände behandeln, auch dort, wo ihre Aussprüche scheinbar dasselbe betreffen. Von der Welt der Erscheinungen, von dem, was sie uns!sein soll, noch mehr von dem, was wir ihr sein sollen, handelt die תורה — von den Symbolen und ihren Beziehungen handelt!die Naturwissenschaft. — V. Ich!möchte diese Ausführungen nicht schließen, ohne dem naheliegenden Einwand zu begegnen, daß diese prinzipielle Ablehnung der Konfliktsmöglichk eit zwischen Naturerkenntnis und der von der תורה gelehrten Weltanschauung diese letztere!auch der Stütze beraubt, welche sie in der Naturerkenntnis finden könnte, und z. B. nach dem 8. Psalm oder auch nach Stellen in den Propheten wie &או מרום עיניכם וראו מי ברא אלה ישעי' מ))!gewiß auch finden soll. Dieser Einwand, scheint mir, trifft nicht zu. ״Wohl waltet auch in ihnen (den Dingen) das ewig!wache Vaterauge und die ewig regierende allmächtige Hand. Aber nur der von Gott erleuchtete Geist sucht ihn auch dort, und nur das durch Gottes- Offenbarung bereits gehobene Gemüt verehrt ihn auch da. (Von uns gesperrt.) An dem unerleuchteten Geist und dem von Gottes Offenbarung unberührten Gemüte geht der gewöhnliche Lauf der Dinge, in welchem der Mensch alles berechnen... zu können vermeint,... spurlos vorüber41 (Gesammelte Schriften III., Seite 137—138). Die Erkenntnis der Naturgesetze kann zwar das größte Hindernis der Gotteserkenntnis, nämlich die polytheistische Verirrung, gerade durch die Aufdeckung der Unfreiheit, der strengen Gesetzlichkeit der Natur aus dem Wege räumen, (nach einer schönen Erklärung des ת*ת zu דברים ד׳ ו׳ beruht vielleicht gerade hierauf die Wert- Schätzung des חשבון תקופות ומזלות durch חדל,) und das gilt selbstverständlich nach unseren Ausführungen im Abschnitt 111 in gleicher Weise auch bei der modernen Formulierung der Naturgesetze. Die Naturerkenntnis kann aber nun einmal nicht der Ursprung der Gotteserkenntnis sein. Nicht umsonst trägt der Mittelschaft der מנורה bereits an seinem Fuß die Blüte, die ihn selbst und alle seine Arme krönt, weil nur dann der