Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- III (5693) 1932/33
- Issue
- Heft 8-9 (Mai 1933)
- Date
- 1933-05-01
- Page
- Seite 264 (sequence 32)
- Belongs to
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264 der Natur hochhalten, ja selbst als Pflicht betrachten. So findet denn auch das erste Gebot an den Menschen, das neben die Pflicht zur Hausesgründung, zur Kindererziehung, zum Leben in der Gesellschaft unmittelbar die Pflicht der Erdbezwingung, d. h., den ״Schöpfungsbefehl zur Technik“ stellt, seine sinngemäße Ergänzung in dem Ausspruch in אף צבת בצבת עשויה? פרק'אבות der die Geburtsstunde der Technik in die Dämmerstunde des ersten Sabbath verlegt, der den Schöpfer selbst dem zum Erdbeherrscher bestimmten Menschen wie das erste Kleid, so auch das erste Werkzeug reichen läßt, beide als Ausdruck und Mittel seiner höheren sittlichen Weihe und Bestimmung (Kommentar, Gebete Seite 497). Dient nun der ״erste Zwang“ dem Schaffen weiteren Zwanges, so ist Zwang doch nicht Willkür. Nur nach ihren eigenen Gesetzen läßt sich die Natur bezwingen, und nur der emsigen, über Jahrtausende fortgesetzten Forschung. offenbart sie ihre Geheimnisse, enthüllt sie die Gesetze, die alles Naturgeschehen als Einheit, als אחת בתיך erscheinen lassen. Wer in der Mitte zwischen Zweien steht, kann sie trennen, kann sie auch verbinden. So hat auch die Natur ein doppeltes Gesicht, scheint einmal zu sprechen אני ואפסי עוד, scheint sich also selbst als das letzte zu geben, dessen Zwange sich nichts entzieht, und das andere Mal doch auch im Sinne des ראו מי ברא אלה wenigstens andeutend auch׳ auf den Einen hinzuweisen, der hinter ihr steht und das Geschehen neben allem gesetzlichen Zwange doch noch richtunggebend lenkt. Diese beide Züge der Natur scheinen heute in einen zu verschmeb zen, und wir wollen fragen, welcher der obsiegende ist. Mit dem zweifachen Gesicht der Natur sind die beiden Arten der Gesetzmäßigkeit gemeint, welche die Physik kennt, die dynamische und die statistische Gesetzlichkeit. Vorweg genommen sei, daß in der Gegenwart die letztere Form der physikalischen Gesetze sich als die eigentliche Gestalt zu enthüllen scheint, in der wir überhaupt und prinzipiell nur Naturgesetze auszusprechen vermögen. Es sei aber gleichfalls sofort bemerkt, daß nach wie vor die Existenz statistischer Gesetze, die sich bekanntlich als regulative Prinzipien auffassen lassen, welche, ohne einen unbedingten Zwang festzustellen, nur aussprechen, was in der weitaus überwiegenden Zahl der Fälle geschieht, die gewissermaßen das ״Was“ des Geschehens bewirken und ihm seine Richtung vorschreiben, die also neben oder über den dynamischen Gesetzen herrschen, welche ihrer-