Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- III (5693) 1932/33
- Issue
- Heft 8-9 (Mai 1933)
- Date
- 1933-05-01
- Page
- Seite 258 (sequence 26)
- Belongs to
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256 wieder!oszilliert, fehlt ein solcher objektiver Maßstab für die Bildung der Zinshöhe vollkommen. Daher kommt es, daß bei keinem Preis die subjektiven Momente von Nachfrage und Angebot so stark in die Erscheinung treten wie beim Zins, und daß kein Preis so starken Schwankungen ausgesetzt ist .wie jener. So wird der Zins eine Quelle fortdauernder Ungerechtigkeit, und bis in unsere Zeit hinein hat der Zins eine so verhängnisvolle Rolle gespielt, daß die ״Brechung der Zinsknechtschaft“ zur wirtschaitspolitischen Forderung der unmittelbaren Gegenwart geworden ist. — Die biblische Ordnung, jaufgebaut auf den Prinzipien der Solidarität und Gerechtigkeit, wußte die Zinsknechtschaft von vornherein auszuschalten. Neben den allgemeinen religiösen Motiven und den spezifischen sozialen Gesichtspunkten sind für die Beurteilung der biblischen Sozialgesetzgebung bestimmter hier zur Erörterung; stehender Gesetze noch gewisse naturgesetzliche Faktoren heranzuziehen. Die Reihe der Arbeitstage muß durch einen Ruhetag unterbrochen werden, weil ganz unabhängig von allen anderen Momenten die menschliche Arbeitskraft in fortdauernder Inanspruchnahme ermüdet, und ähnlich' bedarf der Boden einer Zeit der Brache, weil auch seine Kräfte sich erschöpfen. Aber das Naturgesetz tritt in der Thora als Motiv für die göttliche Wirtschaftsordnung in keiner Weise hervor. Es reicht auch in keiner Weise aus, um das Thoragesetz zu begründen. Das Ermüdungsgesetz der Physiologie bedingt nicht, daß gerade der 7. Tag der Ruhe gewidmet wird, es verlangt auch nicht, daß alle Menschen am gleichen Tag ruhen — man denke nur an das bolschewistische System der kontinuierlichen Arbeitswoche! — und hat vollends mit der Art, wie wir den Sabbath feiern, ganz und gar nichts zu tun. Ebenso wenig sind die Gesetze der Bodenerschöpfung ein ausreichender Grund für das Sch’mittagesetz, wie sich in der Tat in Unabhängigkeit von der Thora- Vorschrift in der Landwirtschaft der Brauch entwickelt hat, daß die einzelnen Teile des Ackers abwechselnd der Brache unterworfen werden. Dennoch hat man mit Recht bewundert, in weich vollendeter Weise das biblische Sozialgesetz den Gesetzen der Natur gerecht wird. Vielleicht liegt es aber auch umgekehrt so, daß Gott nicht sein Thoragesetz mit der Natur in Einklang gebracht hat, sondern daß er, der Schöp-