Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- III (5693) 1932/33
- Issue
- Heft 8-9 (Mai 1933)
- Date
- 1933-05-01
- Page
- Seite 256 (sequence 24)
- Belongs to
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256 an den Boden gefesselt ist. Freilich' ist auch hier die Möglichkeit gegeben, daß der Einzelne sich von seinem Besitze trennt oder auch durch widriges Geschick unfreiwillig getrennt wird — beides natürlich nur vorübergehend und für im vorhinein beschränkte Zeit. Aber da es sich eben nur um eine beschränkte Zeit handelt, so verlieren auch diese Menschen nicht jede Beziehung zum Boden. Auch vorübergehend ist es nur immer die kleinere Hälfte der Bevölkerung, die ohne Boden ist, wenn nicht der Sinn des Systems aufgehoben werden soll. Deshalb brauchen wir das biblische System noch nicht als ein reines Agrarsiystem zu betrachten, das nur Zeiten primitiver wirtschaftlicher Kultur angemessen wäre, wie es vielfach von oberflächlichen Kritikern aufgefaßt wird. Auch im Rahmen der biblischen Sozialordnung ist industrielle Entfaltung möglich, freilich in enger Verbindung mit der Landwirtschaft. Eine ״mit Landbau sich beschäftigende städtische Bevölkerung“ wird als ״überwiegender Grundtypus der Nation“ in den Vordergrund gestellt (S. R. Hirsch, Lev. 25,34), ein Ideal, das wir gerade heute, wo die Entfremdung zwischen Stadt und Land, der Interessenkonflikt zwischen Industrie und Landwirtschaft, und der Gegensatz zwischen Konsumenten und Produzenten die schwersten sozialen Schäden gezeitigt haben, besonders hoch einschätzen werden. Das solidarische Prinzip findet seine Ergänzung im Gerechtigkeitsprinzip, das als solches weit über den Bereich der Wirtschaft hinausgeht, hier aber besondere Bedeutung hat. Nach den Grundsätzen der Gerechtigkeit geschieht die Teilung des Bodens, die Ausgangspunkt und Grundlage des ganzen Systems bildet, und die Gerechtigkeit wird zur ersten Bedingung der Aufrechterhaltung und Fortsetzung des Systems. Solidarität und Gerechtigkeit sin dunlös bar miteinander verbunden, sie treten in der äußeren Gestaltung des Systems in die Erscheinung und beherrschen sein inneres Getriebe, die Ordnung des Besitzes und die Regeln des Verkehrs, ganz besonders aber das Verhalten der wirtschaftenden Menschen zu einander. So wird die individuelle Gesinnung der Wirtschaftssubjekte zu einem entscheidenden Faktor innerhalb des Systems, aber doch nicht so, daß nun alles auf die Gesinnung abgestellt wird, wie beispielsweise im Christentum der Grundsatz der Liebe alle gesetzlichen Normen zurückgedrängt hat. Die naive Anschauung, daß die äußere Ordnung