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Nahalat tsevi · 1933-05-01 · Heft 8-9 (Mai 1933) · p. Seite 250

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
III (5693) 1932/33
Issue
Heft 8-9 (Mai 1933)
Date
1933-05-01
Page
Seite 250 (sequence 18)
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250 äem bescheidenen Sinne der formalrechtlichen Freiheit, sondern der tatsächlichen Unabhängigkeit, und daher als Korrelat jener Freiheit die sich stets erneuernde Ordnung des Bodenbesitzes, die alle Volksgenossen in gerechter Weise berücksichtigt. Daß die Menschen auf dem Boden sicher wohnen, bezeichnet die Thora selbst als das Ziel ihrer volkswirtschaftlichen Gesetzgebung. (Lev. 25,18). Die Bedeutung des Besitzes geht über das Materielle hinaus, und Besitzverlust gilt als persönlicher Wert Verlust — ein גרוע מזם —, wie es am klarsten in dem berühmten Rechtsstreit der Töchter Z’laphchads zum Ausdruck kommt (Numeri 27). ״Warum soll der Name unseres Vaters aus seiner Familie schwinden?“ lautet ihr von allem Wirtschaftlichen abstrahierendes Argument, und Gott selbst erkennt ihren Anspruch als begründet an. Ueberdies erhält der Bodenbesitz in der Bibel dadurch eine starke religiöse Note, daß das dem Volke Israel bestimmte Territorium als heilig gilt und der Besitz somit den Anteil eines jeden Volksgenossen am heiligen Boden garantiert. Freiheit und Besitz als universelle Ideen involvieren den Grundsatz der Gleichheit; aber die Gleichheit ist keine absolute; denn die Stämme und Geschlechter, nicht die einzelnen Individuen sind die ursprünglichen Träger der biblischen Sozialordnung. Zwar wurde die verschiedene Seelenzahl der Geschlechter bei der Teilung des Landes unter Josua berücksichtigt — gemäß Numeri 33,54 —, aber die weiteren Unterschiede, die sich im Laufe de! Entwicklung notwendigerweise ergeben mußten, blieben unbeachtet. So variiert die Größe der Besitzanteile mit der Größe der Geschlechter, Unterschiede, die sich im Laufe der Entwicklung keineswegs ausgleichen, wenn sie sich auch mitunter abschwächen.1) Ueberdies stellt das Vor- ’) Salomon, Die Lösungdes sozialen Problems: Die Bibel, Br'eslau 1931, beschäftigt sich ausführlich mit der Möglichkeit einer Erschütterung der von der Thora angestrebten natürlichen Ordnung durch ungleiche Geburtenziffern und verlangt als sittlich-religiöse Pflicht die Rationalisierung des Geschlechtslebens, damit die Geburtenziffer jeweils den Vermögens- Verhältnissen angepasst und das Ideal der sozialen Gleichheit verwirklicht werde. Salomon ist überdies der Meinung, dass diese Forderung im Rahmen der biblischen Wirtschaftsordnung umso eher erfüllt würde, als nicht wie heute die Eltern ihre Kinder in die Welt hinausschicken könnten, um sie dann ihrem eigenen Schicksal zu überlassen, sondern selbst die Not leiden müssten, indem sie gezwungen wären, bis an ihr Lebensende

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