Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- III (5693) 1932/33
- Issue
- Heft 8-9 (Mai 1933)
- Date
- 1933-05-01
- Page
- Seite 246 (sequence 14)
- Belongs to
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24fr daß die Geschichte des jüdischen Volkes in Deutschland, durch die Emanzipation im Grunde nur scheinbar abgebrochen, nun auch dem Blindesten erkennbar ihren — Fortgang nimmt. Das zu geschichtlicher Selbstbesinnung erwachte deutsche Volk hat sich beeilt, das jüdische Volk in Deutschland zu gleicher Tat zu wecken. Es ist die Geschichte eines verbannten, eines über den Erdkreis zerstreuten Volkes, der Deutschlands Juden insgesamt wiedergegeben sind. Nur Deutschlands orthodoxe Juden hatten den inneren Zusammenhang mit dieser Geschichte auch während der jetzt beendeten Epoche der sozialen Emanzipation nicht verloren. Deutschlands liberale Juden hatten!sich von ihr zugunsten einer völlig falsch gedeuteten Gegenwart, Deutsch- Iands zionistische Juden zugunsten einer völlig falsch gedeuteten Zukunft losgesagt. So finster auch der deutsche Himmel über alle Juden unterschiedlos sich wölbt: von der Orthodoxie, muß verlangt, darf erwartet werden, daß sie, leichter und schneller als ihre in die Irre gegangenen Brüder, zum Gott der Geschichte finden, der in der Thora die jüdische Geschichte nicht nur geweissagt, sondern auch — gedeutet hat.;Wir brauchen uns dieser Geschichte wahrlich nicht zu schämen. Es ist die Geschichte eines Volkes, das sich in seinem kurzen nationalen Glück nicht sehr bewährt hat, das aber alsdann gewürdigt war, für zwei als wahr erkannte und mit aller Inbrunst geliebte Ideen, für die Idee Gottes als Lebensgesetz spendenden Vaters der Menschen und die Idee Gottes als Recht spendenden Königs der Nationen, tapfer und furchtlos, treu bis in den Tod, das schwerste Martyrium auf sich zu nehmen, das nur je einem stolzen und selbstbewußten Volk auferlegt werden kann: bei anderen Völkern durch lange Jahrhunderte als Gast zu wohnen. Wenn wir die Kraft haben wollen, die Geschichte unseres Volkes nicht nur als schicksalbelastete Objekte, sondern als aufrecht bewußte Persönlichkeiten fortzusetzen, so müssen wir uns, mehr als bisher,!mit der ganzen Leidenschaft unseres Herzens diesen beiden Ideen hingeben. In ihnen allein liegt die notwendige und hinreichende Rechtfertigung unserer geschiehtliehen Selbstbehauptung, liegt die nicht aus dem Bruch mit unserer Vergangenheit, sondern aus dieser Vergangenheit seiber geschöpfte geschichtliche Zukunftshoffnung, die ein seinem Lande wiedergegebenes glückliches Israel, im Kreise glück-