Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- III (5693) 1932/33
- Issue
- Heft 8-9 (Mai 1933)
- Date
- 1933-05-01
- Page
- Seite 244 (sequence 12)
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244 der jüdischen Religion ablehnen und ihrer ganzen Weltanschauung nach mit dem Judentum nichts Gemeinsames haben wollen, wohl auch nicht können. Daß dies vom religiösen Gesichtspunkt aus untragbar ist, braucht wohl nicht weiter ausgeführt zu werden. Dazu kommt noch eine sehr ernste innere Erwägung. Die Orthodoxie hat in furchtbar heißen Kämpfen sich ihre Selbständigkeit errungen, und die rein geschichtliche Frage, wie weit von dieser Errungenschaft Gebrauch gemacht worden ist, kann für diese Darlegung außer Betracht bleiben. Wir täuschen uns darüber nicht, daß die Bestrebungen der Gegenseite, diese Errungenschaft illusorisch zu machen, durchaus;noch nicht zum Stillstand gekommen sind. Im Gegenteil, die Erfahrung lehrt, daß solche Zeiten wie die unsrigen ein sehr gesunder und ersprießlicher Nährboden für derartige Be• Strebungen sind. Würde nun durch eine jüdisch-nationale Curie eine Art Zwangseinheit geschaffen werden, so würde sicher innerhalb der so konstruierten ״Minorität“ sehr bald die Majorität sich zu ,Worte melden, und um die Selbständigkeit der Orthodoxie innerhalb der Kulturautonomie wäre es restlos geschehen. Man müßte die innergeschichtlichen Erfahrungen der jüngsten 150 Jahre ganz vergessen wollen, wenn man an der Richtigkeit dieser Prognose zweifeln würde. Denn man muß es einmal offen aussprechen und jes zugestehen, daß innerhalb der jüdischen Gemeinschaft in Gemeindestuben und -Verbänden der Inhalt der Sinaifrage •oder richtiger gesagt: der Sinaiforderung auf den Schütz der -Schwachen wohl nicht immer genügend beachtet wurde. Nun möge niemand sagen, das wäre angesichts der Not der Stunde eine kleinliche Erwägung, denn es ist nicht kleinlich, wenn die historische Kontuinität unterbrochen zu werden droht Umsomehr würde es willkommen sein, nun einmal der ganzen Frage auf den Grund zu gehen, lieber die Unterscheidung gen der reih nationalen, rein religiösen und gemischt-nationalen Auffassung der Judenheit ist wohl im Laufe der jüngsten 40 Jahren genügend gesprochen worden. Allein eine Annahme der jüdisch-nationalen Curie würde nach Lage des Augenblicks schlechthin eine Akzeptierung der rassischen Auffassung bedeuten, würde übersehen, daß Judenheit und Judentum ohne weiteres gehalten ist, einen Fremdrassigen, der sich zum Judentum bekennt, für sich zu reklamieren und ihn als vollwertiges Mitglied der jüdischen Gemeinschaft aufzunehmen, weil eben