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Nahalat tsevi · 1933-05-01 · Heft 8-9 (Mai 1933) · p. Seite 240

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
III (5693) 1932/33
Issue
Heft 8-9 (Mai 1933)
Date
1933-05-01
Page
Seite 240 (sequence 8)
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246 Fern sei es von mir, von den maßgebenden Führern der bayrisehen Judenheit irgendwie behaupten zu wollen, daß sie nicht das Beste gewollt haben. Das Beste gewollt haben sie alle, auch damit haben sie das Beste gewollt, daß sie die Möglichkeit einer Konzession in der Betäubungsfrage in Aussicht gestellt haben. Es gibt aber Zeiten und Situationen, in denen es nicht genügt, das Beste zu wollen; man muß auch zuweilen die Kraft haben, das Beste zu könne n, das Richtige vorauszuschauen und zu berechnen, im Sinne des Ausspruches unserer Reisen: איזהו חנם הרואה את הנולד Wer ist weise? Wer das Kommende vorausschäut. Daß die Führer der bayrischen Judenheit diese vorausschauende Weisheit nicht besessen haben, heute am Jaum Kippur, am Tage der Versöhnung, wollen wir ,ihnen deshalb nicht zürnen. Wir wollen auch unseren Gegnern nicht zürnen! Wie einst ein Weiser des Talmuds, Mar Sutra, so oft er sich nachts zur Ruhe begab, immer zu sprechen!pflegte: שרי ליה לכל מאן דצערן Gott verzeihe!alien, die uns wehe [getan haben, so wollen auch wir heute von’׳den Urhebern des bayrischen Schächtverbotes sprechen: Gott verzeihe ihnen — sie wissen nicht was sie tun, sie gleichen den Männern der Stadt Ninive, von denen es in der Jona-Haftora heißt אשר לא ידע בין ימינו לשמאלו sie können nicht unterscheiden zwischen rechts und links, wenn's gegen die Juden geht, dann machen sie keinen Unterschied zwischen rechts und links, was kümmern sie die Schwierigkeiten und Bedrängnisse; welche diejenigen unter uns bedrohen, deren ganze Existenz mit der Scheohita steht und fällt! Umso ,mehr aber sollten wir selber diesen 1. Oktober als einen Tag der Mahnung begreifen. Laßt uns von nun ab zeigen, laßt uns unseren Gegnern zeigen, daß wir au einem heiligen Gesetze des Judentums nicht rütteln lassen, daß das alte Wort noch immer gilt: סל מצוד, שנתנו ישראל נפשם עליה עדיין היא מתקיימת בידם, daß jede Mizwa, für die Israel sein Leben einsetzt, ihm dauernd erhalten bleibt. Wie wir heute am Jaum Kippur durch unser Fasten, durch unseie Entsagung von Speise und Frank uns dem Gesetz der תורה unterordnen, :so wollen wir uns auch dann dem Gesetz der תורה unterwerfen, ,wenn wir uns Speise und Trank gewähren. Laßt uns ,in Zukunft mit doppelter Vorsicht all die Sünden meiden שחטאנו לפניך במאכל ובמשתה, die wir vor Dir, Gott, in Speise und Trank begehen, denn nicht nur unsere Ehre, sondern auch כבוד ב׳ die Ehre

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