Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- III (5693) 1932/33
- Issue
- Heft 8-9 (Mai 1933)
- Date
- 1933-05-01
- Page
- Seite 237 (sequence 5)
- Belongs to
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237 David, dessen unsterblichen Psalmen entlehntest jedes Wort der Andacht, das noch heute in Domen und Tempeln, in Kirchen und Andachtssälen die Gemüter der Sterblichen zu ihrem Gotte erhebt — wie hat dieser David an so vielen Stellen seines Psalmenbuches den heiligen Akt der Schechita als höchsten Ausdruck menschlicher Hingebung an Gott gefeiert 1ד אזבח זבח תודה וגוי — אסרו חג ונו׳? — und wie sind später‘all die leuchtenden Helden des jüdischen Volkes seinem Beispiel gefolgt, ein Salomo, ein Jesaias, ein Jeremias, ein Hosea, ein Arnos — wie haben sic alle, alle ohne Ausnahme, ganz im Einklang mit dem Geiste der mosaischen Gesetzgebung, den heiligen Akt der Schechita als die unverrückbare Grundlage des jüdischen Gottesdienstes, der jüdischen Gottes- Verehrung, der jüdischen Gotteshuldigung empfunden und verkündet, vorausgesetzt freilich, daß auch das Leben außerhalb des Tempels in seinem Aufbau und Ziel dem Geiste dieser עבודה entspricht, — wie ist ferner in jedem gehbbenen Momente der jüdischen Geschichte, des jüdischen Volkslebens und des jüdischen Einzellebens durch den heiligen Akt der Schechita das Tiefste zum Ausdruck gekommen, zu dessen Wiedergabe das Wort sich als zu schwach erwies: nach Jeziath Mizrajim, nach Matan Thora, bei der Einweihung des Tempels, bei der Installierung der Priester und Leviten, bei der Proklamierung des göttlichen Gesetzes als Landesgesetz beim Eintritt in das heilige Land am Jordan, —‘ oder im Kreise des Einzel- und Familienlebens: nach der Geburt eines Kindes, nach einer überstandenen Krankheit, in Augenblicken des Dankes und des Höffens vor Gott und in Augenblicken der Zerknirschung und Reue vor Gott —: immer und überall war!es nicht das Wort allein, war es die עבודה, war es das Opfer, war es der heilige Akt der Schechita, der sich der Sehnsucht des Menschenherzens nach Reinheit, nach1 Wiedergeburt, nach Gottes Nähe und Gottes Wohlgefallen als wirksamster Helfer und Wegbereiter d'arbot. Und im Angesicht dieser einzigartigen Stellung, die dem heiligen Akte der Schechita im Judentum zukommt, wagte!man es zum ersten Male vor hundert Jahren vom ״blutigen Opferkültus“ zu reden. Es geschah das zu jener Zeit, da Erez Jisroel noch nicht salonfähig war, da man aus dem jüdischen Gebetbuche alle Stellen herausnahm, die auf den Öpfergottesdienst Bezug haben. Sehet, wer dieses Wort ״blutiger Opferkultus“