Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- III (5693) 1932/33
- Issue
- Heft 8-9 (Mai 1933)
- Date
- 1933-05-01
- Page
- Seite 236 (sequence 4)
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236 bekenntnis ablegte, niederknieten, sich hinwarfen und so laut riefen, daß die Luft erzitterte: ניוך שם כבוד מלכותו לעולם ועד gesegnet sei der Name der Herrlichkeit seines Reiches immer und ewig —: das, — seien wir ehrlich — das geht über unser Begriffsvermögen hinaus. Wenn wir aber trotzdem nicht müde werden und nicht müde werden dürfen, an jedem Jaum Kippur, wie an jedem unserer Feiertage, das Gebet zu Gott emporziusenden: אנא רחום ברחמיך הרבים השב שכינתך לציון ופדר העבודה לירושלס..• so beten wir in diesem!,Gebete zugleich u m das Schwinden jener großen inneren Entfremdüng, die uns den Opfergottesdienst in Jerusalem als eine längst überwundene Barbarei empfinden läßt. Denn wahrlich, der hat vom Geiste der Bibel, dieses Buches der Bücher, niemals einen Hauch verspürt, der nicht weiß, der nicht tief davon durchdrungen ist, wie das, was die moderne Entfremdung vom Judentum mit dem verächtlichen, blasphemierenden Worte ״blutiger Opferkultus“ bezeichnet, in Wahrheit ■ein tragender Pfeiler der Thorageschichte und des Thöragesetzes ist. Wie denn? Wir nehmen Anstoß daran, daß einst im Mittelpunkt der Awaudo des Versöhnungstages das rituelle Schlachten von Opfertieren stand? Ja, wissen wir denn nicht, daß die erhabensten Momente in Israels Geschichte von Abraham an gefangen biszum Untergang des Tempels auf Moria durch den heiligen Akt der Schechita geadelt waren? Hat nicht schon der erste Jude Abraham, dessen ganzes Leben in dem einen Streben aufging, seinen Mitmenschen, einerlei ob sie Juden oder Nichtjuden waren, um seines Gottes willen wohlzutun, hat nicht dieser Abraham, dessen Erbe die reine Menschlichkeit jenes ״jüdischen Herzens“ ist, dessen sich noch heute seine Enkel rühmen, überall, wo er sein Zelt aufschlug, seinem Gott Altäre gebaut und diesem seinem Gotte in der Weihestunde seines Lebens auf der Höhe des Moria das blutige Opfer eines Widders gebracht? Und Moses — der Mann, der Größte unter allen, die vom Geiste ,Gottes je berührt waren, der Mann mit der Perle der Bescheidenheit und Demut im Herzen, der von Gott geschaut, was sonst keines Sterblichen Geist und Auge geschaut, der so oft vOn seinem Volke das drohende Verderben durch Gebet abgewendet hat und der doch am Tage nach מתן תורה einen Altar aus Stein erbaute, um Opfer darzubringen am Fuße des Sinai —■ und