Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- III (5693) 1932/33
- Issue
- Heft 6-7 (März 1933)
- Date
- 1933-03-01
- Page
- Seite 231 (sequence 63)
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ר 231 sein könnte, deren tragende Idee nur der von den Völkern entlehnten, bei den Völkern selber in offener Zersetzung befindlichen — Reaktion entstammt? Bernheim: Ach, mein lieber Roden, wie Sie die Dinge da sehen, habe ich sie bisher nicht gesehen. Aber glauben Sie mir: kaum einer ist in den Reihen der unabhängigen Orthodoxie, der Ihre Gedanken teilt. Sie sind alle genau so — Bourgeois wie — ich. Lächeln müßte ich bei der bloßen Vorstellung, daß die Ausgetretenen die metageschichtliehen Revolutionäre des Thorastaats sind. Ich bin überzeugt, daß die meisten gar nicht verstehen werden, was Metageschichte ist und was eigentlich das Staatsvolk des Thorastaats bedeutet. Alfred: So will ich hingehn und sie wecken. Hier sehe ich ein Lebensziel, eine Lebensbestimmung. Bernheim: Ein schweres Ziel, eine schwere Bestimmung Im Grunde bedeutet die Art, wie Sie das Judentum sehen, eine völlige Umwandlung der deutsch-jüdischen Orthodoxie. Sie kommen von außen. Sie sehen das Judentum in seiner ganzen Gegensätzlichkeit zur Geschichte der Völker. Ganz und gar ist Ihnen das Judentum selber Geschichte, und in seiner Gegensätzlichkeit: Metageschichte. Unmittelbar knüpfen Sie an die Zerstörung des Thorastaats an, als wäre sie erst gestern erfolgt. So werden Ihnen die Elemente des Thorastaats lebendig, und die Erhaltung dieser Elemente wird Ihnen zu metageschichtlicher Aufgabe, deren revolutionärer, alle Geschichtserfahrung sprengender Charakter Ihnen durchaus bewußt ist. Mein lieber Roden, daß Sie nur nicht schwerste Enttäuschung erleben! Die unabhängige Orthodoxie ist vielleicht noch mehr — Bourgeoisie als die zionistische Judenheit. Diese lehnt sich immerhin gegen das Galuth auf, ist durchaus von der Anomälie des Galuth durchdrungen, wenn sie auch auf Wege getrieben wird, die dem geschichtlichen Leben der Völker, nicht aber der Metageschichte unseres Volkes entsprechen. Allein die unabhängige Orthodoxie Deutschlands hat sich innerlich, Sie werden es erleben, mit dem Galuth längst abgefunden. Sie ist, im Grunde genommen, längst heimisch geworden in der Geschichte der Völker. Ihre Unabhängigkeit ist wahrlich kein revolutionärer Protest gegen die Geschichte der Völker und hat auch mit den Galuthelementen des Thorastaats nichts zu tun. Das geschichtliche Phänomen unseres Volkes, wie