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Nahalat tsevi · 1933-03-01 · Heft 6-7 (März 1933) · p. Seite 232

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
III (5693) 1932/33
Issue
Heft 6-7 (März 1933)
Date
1933-03-01
Page
Seite 232 (sequence 64)
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232 Sie es glühend schauten, hat sie niemals erfaßt, und daß der Ruf Samson Raphael Hirschs zum Austritt, wie Sie ihn begreifen, sie zur Fortführung der revolutionären Metageschichte unseres Volkes wecken sollte, ist ihr wohl niemals zu Bewußtsein gekommen. Soweit sie Samson Raphael Hirsch überhaupt gefolgt ist, tat sie es aus Respekt vor seiner machtigen Persönlichkeit und verlor sich im übrigen ganz in ihren lokalen Interessen. Ihr ist der Austritt aus der Gemeinde niemals das Erlebnis des Eintritts in das über die Welt zerstreute Volk des Thorastaats, niemals das Erlebnis der durch das geltende Recht des Thorastaats vermittelten innigsten Beziehung zum Lande des Thorastaats, niemals das Erlebnis der metahistorischen Untertänigkeit ihres sogenannten unabhängigen Gemeinschaftslebens unter dem geltenden Recht des Thorastaats geworden. Glauben Sie wirklich, daß diese Orthodoxie das brennende Gefühl der Verstümmelung in sich trägt? Glauben Sie wirklich, daß sie die Wiedervereinigung!der durch Gottes Wunder fortlebenden Stümmel des Thorastaats mit heißer Inbrunst!ersehnt? Ihre ganze geschichtliche Einstellung, mein lieber Roden, ist dieser Orthodoxie völlig!unbekannt. Soweit ihre Glieder nicht einfach bereits in die Unabhängigkeit hineingeboren sind und sie lediglich als Vätererbe, ohne wirkliehe innere Anteilnahme, fortsetzen, wiederholen sie entweder einfach die Donnerworte ihres Meisters, schwören geistlos in verba magistri, ohne sich auch nur der leisesten Mühe zu unterziehen, diese Worte den gänzlich veränderten Zeitverhältnissen anzupassen, ihnen die Zielstrebigkeit zu unserer besonderen Zeitproblematik zu verleihen, oder aber es ist ihnen die ganze Angelegenheit zu einer rein dogmatischen Streitfrage erstarrt, die eine eindeutige Klärung nicht gefunden hat, und, selber der Entscheidung ihres Meisters folgend, erachten sie dennoch auch die entgegengesetzte Ent- Scheidung als immerhin möglich und suchen demgemäß durch allerlei Künste die Spaltung der Thoratreuen ,zusammenzuleimen, indem sie dem Akt der Trennung eine die ganzen Fundamente des Judeseins unmittelbar angehende Bedeutung, wie Sie sie mir von außen kommend darlegen, abzusprechen bereit sind. Der Austritt ist, das ,können Sie!mir schon glauben, den Ausgetretenen selber kein!Erlebnis. Gewohnheit ist er ihnen oder — kalte Verstandesforderung. Sie ,werden es nicht leicht haben, mein lieber Freund. —

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