Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- III (5693) 1932/33
- Issue
- Heft 6-7 (März 1933)
- Date
- 1933-03-01
- Page
- Seite 229 (sequence 61)
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229 hat. Sozialismus und Nationalismus haben inzwischen das Problem des menschlichen Gemeinschaftslebens mit einer Eindringlichkeit uns vor Augen geführt, die Erfahrung des Weltkrieges hat die aktuelle Schwere des Problems mit einer Deutlichkeit dargetan, daß das Problem des!jüdischen Gemeinschaftslebens heute jedem sich aufdrängt, der zum Judentum zurückkehrt, im Judentum wirklich leben will. Herr Doktor, wenn das Judentum zum Problem des menschlichen Gemeinschaftslebens, diesem Grundprobleme der Geschichte überhaupt, nichts mehr zu sagen hat, nichts anderes zu sagen hat, als was die Völker längst wissen, die Geschichte der Völker längst herausstellte, dann gibt es keine .Metageschichte des jüdischen Volkes, dann ist seine zweitausendjährige Galuthgeschichte — sinnlos. Bernheim: Sie gehen hart mit mir ins Gericht — Alfred: O Herr Doktor, daß Ihnen nicht einmal Keneßeth Jißrael die Augen geöffnet, Samson Raphael Hirsch begreifen gelehrt hat! Zweitausend Jahre sühnt unser Land seine Sabbathgesetze, zweitausend Jahre sühnt unser Volk :seine Sünde gegen die Staatsgesetze — dann kommt!das Wunder des Nationalismus — Metageschichte und Geschichte fügt Gott in sichtbarer Waltung einen Augenblick zusammen —- und siehe — die Elemente des Thorastaats, die Stümmel des Thorastaats passen nicht mehr — noch nicht — zusammen, und die grauenvolle Farce von Keneßeth Jißrael, Ausgeburt der Geschichte der Völker, verlängert zweitausendjährige Metageschichte, leimt Land und Volk des Thorastaats mit unrichtigern Menschenrecht aneinander. Herr Doktor, wenn Keneßeth Jißrael Zukunft hat, dann — ich kann nicht anders — dann hat die Thora, dann haben die Propheten — gelogen!- Bernheim: Hart gehen Sie mit mir ins Gericht. Was tat ich denn Schlimmes? Juden sah ich. in die Irre gehen und folgte ihnen in die Irre, sie zurückzubringen. Heißt das Verrat? Alfred: Folgten Sie wirklich nur den Irrenden in die Irre? Ließen Sie sich nicht selber in der Irre nieder? Ist Ihnen nicht längst liberale Religionsgemeinschaft und zionistische Nationalgemeinschaft zur wahren Wohnstätte des Judeseins geworden? Weisen Sie den Irrenden den Weg zur Organisation der Thora? Lehrten Sie sie die Nichtigkeit, die Untreue liberaler und zionistischer Gemeinschaft? Freuten Sie sich mit jedem Irrenden, der zur — unabhängigen Orthodoxie zurückfand? I