Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- III (5693) 1932/33
- Issue
- Heft 6-7 (März 1933)
- Date
- 1933-03-01
- Page
- Seite 224 (sequence 56)
- Belongs to
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nisse auf eine Sondererscheinung besteht, müßte!aufgegeben werden, wenn sich: dieses Vorgehen nachträglich dadurch legitimieren würde, daß es das Rätselhafte an der jüdischen Geschichte aufklären könnte. Es wäre denkbar, daß eine hergebrachte Methode wie durch einen Zufall das Richtige träfe. Aber eine solche Anschauungsform der jüdischen Geschichte würde sich erst dann als eine ihr gemäße erweisen, wenn sie in der Tat alles, was an der jüdischen Geschichte ungeklärt und rätselhaft ist, mit einem Schlage aufhellen würde. Die Methode bliebe immerhin falsch, aber das Ergebnis könnte sich als riehtig erweisen. Indem Heller die Deutungsweise der materialistischen Ge- Schichtsauffassung an dem Ablauf der jüdischen Geschichte versuch*, macht er diese Probe aufs Exempel. Gelingt es ihm, dem Geheimnis der jüdischen Geschichte an den Leib zu rücken, so kann ihm das methodisch falsche Vorgehen verziehen werden. Wir müssen also das Ergebnis seiner Betrachtung prüfen. Wie sieht die jüdische Geschichte mit Hellers Augen gesehen aus? Mit der Definition des Judentums als eine Kaste ist es selbstverständlich nicht getan. Eine neue Namengebung ist noch keine Verdeutlichung. Wenn auch das Judentum;als eine Kaste und nicht als ein Volk definiert wird, weil es der materialistisehen Anschauung in (erster Reihe auf die ökonomische Rolle einer Menschengruppe ankommt, so ist damit noch nicht geklärt, wie diese Menschengruppe zu dieser!ökonomischen Rolle gelangt ist. Offen bleibt noch die Frage: Wie kömmt es, daß gerade die Juden dieser sonderbaren Rolle teilhaftig geworden sind. Auch von dieser Seite gesehen, bleibt die jüdische Geschichte ohne Vorbild. Alle anderen Völker haben ihren eigenen Boden zum Schauplatz ihrer Geschichte; hier geht ihre ökonomische Entwicklung in der Spaltung in Klassen vor sich; hier spielen sich die Kämpfe (der Klassen ab; ünd hier findet das Volk sein Ende, wenn seine historische Sterbestunde geschlagen hat. Nur die Juden leisten sich den Luxus, nach dem Absterben als Volk — wenn man den Austritt aus den normalen Bedingungen eines Volkslebens auf Grund und Boden als Absterben als Volk ansehen will — ein neues Leben zu beginnen; nicht mehr als Volk, wozu die Voraus- Setzungen fehlen, sondern als eine Kaste. Also doch eine Einzelerscheinung auch in der Sphäre des Oeko-