Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- III (5693) 1932/33
- Issue
- Heft 6-7 (März 1933)
- Date
- 1933-03-01
- Page
- Seite 213 (sequence 45)
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215 die Tochter eines Thoragelehrten zu freien oder wenigstens die einer geistig führenden Persönlichkeit. Neben der qualitativen Eugenik mußte schon aus dem Qrunde die quantitative Eugenik Berücksichtigung finden, weil der Volksvermehrung Jißroels eine besondere weltanschauliche Bedeutung zukam. Nur auf der großen Zahl des Volks läßt Gottes Herrlichkeit sich inmitten Jißroels nieder.47 Bei all dieser Hochschätzung eugenischen Geschehens erkannte man jedoch auch die Grenzen der Vererbung. Jißroel galt als das trotzigste Volk. Doch die Kultur der Thora konnte es veredeln.48 Gerade ■die Hartnäckigkeit als Rasseneigentümlichkeit ward von ihren schlechten Auswirkungen umgebogen zum bestanderhaltenden Faktor der sittlichen jüdischen Volksaufgabe.49 Wenn wir den Wert dieser Betrachtungen über die sozialhygienischen Faktoren im jüdischen Geistesleben kennzeichnen wollen, 60 sei er nicht darin gesucht, daß wir nun in die Geheimnisse Gottes eindringend einen überlegeneren Standpunkt gegenüber dem Gesetz einnehmen können. Es wird nur im Gegenteil Zur Demut erziehen, wenn wir immer wieder bemerken, wie wir nur den Saum des Gewandes ein klein wenig lüften können. Es geht uns wie Wanderern im1 Gebirge, wenn die Gipfel der Berge in dichte Wolken gehüllt sind. ״Den Bergen Gottes gleicht Gottes Recht.“ Wir wandern am irdischen Grund der Gesetze. Die in die Wolkenschleier des Irrationalen ragenden Gipfel können wir nur ahnen, sie bleiben uns wohl ewig unzugänglich, unergründlich. Wir aber -freuen uns des Schönen, das wir in dem uns zugewiesenen irdischen Teil immer aufs neue entdecken. ״Schön ist Mutter Natur“ — so sang einst ein großer Dichter — ״Schöner ein froh Gesicht, Das den großen Gedanken Deiner Schöpfung noch einmal denkt.“ Wie in der Gottesnatur, so auch in Gottes Recht. Wenn wir beim Sinnen im Gesetz einnfal innehalten und den 47 Baba K. 83 b. 48 Bezah 25 b. 49 Vgl. Exod. rabb. Kap. 42 (Ende), ferner S. R. Hirsch, Komment. II. 32, 11, 11. 34, 8-9.