Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- III (5693) 1932/33
- Issue
- Heft 6-7 (März 1933)
- Date
- 1933-03-01
- Page
- Seite 209 (sequence 41)
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209 Säften des Körpers, wie sie durch das Blut repräsentiert werden, in der Wissenschaft besondere!Beachtung schenkt. Ihr Qehalt an Honnonen und anderen chemischen Stoffen ist von großem Einfluß auf die seelischen ׳Funktionen des Organismus. Das wissen wir. Für denjenigen, der nicht von vornherein die Möglichkeit eines allweisen Gesetzgebers leugnet, liegt doch der Gedanke nahe, daß e i n Grund der Speisegesetze ein hygienischer sein kann, daß sie eine seelische Bereitschaft des Volkes für seine >in der Weltanschauung gelegene Aufgabe schaffen. In der Assimilation bestimmten tierischen artspezifischen oder organspezifischen Eiweißes mag die Gefahr einer dem Ausgangsmaterial entsprechenden seelischen Umstimmung gelegen sein, auch der Zweck der rituellen Schächtung mag, abgesehen von der für Mensehen unergründlichen Verpflichtung, neben der Milde der Tötungsart, die auch heute noch von keiner anderen Schlachtmethode übertroffen ist32, ebenfalls in der hygienischen Beeinflussung der Volksseele gelegen sein. Man mißverstehe all diese Gedankenreihen nicht. Sie sollen nichts mehr sein als eine Hypothese, die bei Fortschreiten der Wissenschaft vielleicht stärkere Stützen finden wird. Jedenfalls bleibt, unabhängig davon, ob die Wissenschaft eine solche Hypothese einmal anerkennen oder ablehnen wird, die Verbindlichkeit der betreffenden Gesetze unangetastet. Wenn aber unsere Auffassung zutrifft, daß die Thora auf dem Wege über soziahlygienische Maßnahmen ein jedes Geschlecht aufs neue für die Uebernahme der Volksmission vorbereitet, so liegt die Frage nahe: kann diese zeitlich begrenzte Wirkung nicht zu einer überzeitlichen umgewandelt werden, indem auf dem Boden der natürlichen Erblichkeitsgesetze dieErhaltung undFörderung einerseelischen Rassendisposition angebahnt wird? Eine solche Rassendisposition von Geschlecht zu Geschlecht fortzupflanzen, sollte vielleicht mit die Aufgabe der religiösen Fortpflanzungs ge setze sein. In der bereits erwähnten Arbeit Von v. Pezold sieht dieser ohne weiteres in der Fortpflanzungsgesetzgebung eugenische Tendenzen zur Wahrung der Rassenreinheit,!die Moses nur deswegen religiös eingekleidet habe, um :sie bei seinem Volke durchzusetzen. 32) Vgl, Jacob Levy. Die Schächtfrage. Berlin 1929.