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Nahalat tsevi · 1933-03-01 · Heft 6-7 (März 1933) · p. Seite 208

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
III (5693) 1932/33
Issue
Heft 6-7 (März 1933)
Date
1933-03-01
Page
Seite 208 (sequence 40)
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20S Gesetze in der Schrift selbst besagt, daß es sich um Gesetze zur Heiligung des Menschen handelt. ״Nicht etwa damit du körperlich nicht erkrankest, regelte Gott durch diese Gesetze deine Nahrung“ ist der erste Satz, den S. R. Hirsch28 den Speisegesetzen widmet. Dennoch ist mit dieser Feststellung nicht die Möglichkeit sozialhygienischer Motivierung abgelehnt. Denn wir müssen auch hier an die seelenhygienische Beeinflussung durch die Ernährung des Körpers denken. Als Stütze einer solchen Vermutung diene die Begründung, die die Schrift selbst dem Verbot des Blutgenusses gibt. ״Die Seele des Fleisches ist im Blute gegenwärtig — drum habe ich gesprochen — jede Seele von euch soll kein Blut essen“ (Hirsch)29. Neben einer symbolisehen Deutung dieses Zusammenhangs betont hier auch S. R. Hirsch, daß die konkrete Einverleibung des Bluts eine konkrete seelische Beeinflussung mit sich bringen mag. Auch Hoffmann30 betont im Gegensatz zu Luzzatto die physo-psychische Bedeutung der Speisegesetze. Darauf soll hier einmal der Nachdruck gelegt werden, ohne die ethische Begründüng etwa gering zu achten. Honigmann macht es sich hier leicht und sucht die ganze Vorschrift auf totemistische religiöse Vorstellungen zurückzuführen. Grade die heutige Wissenschaft!hat doch gar keinen Anlaß die Achsel zu zucken über den Erklärungsversuch, die Seelenbeeinflussung des Menschen durch tierische Nahrungsmittel als ein Motiv der jüdischen Speisegesetze anzunehmen. Wir kennen doch heute die für jedes Tier spezifischen Eiweißkörper, die nicht nur durch eine Einspritzung!sondern auch durch die Aufnahme in den Magen die stärksten körperlichen Reaktionen in dem!Körper auszulösen vermögen, wir sind erst im Beginn der wissenschaftlichen Erkenntnisse über den Einfluß der Tötungsart auf die Zusammen- Setzung des Fleisches. Es sei an Versuche von Macht-31 Baltimore erinnert, der den niedrigsten Grad der Giftigkeit von Fleischextrakten gerade bei der rituellen Schächtung fand. Und ferner sollen wir doch ,dran denken, daß man heute den 28) S. R. Hirsch. Chaurew. S. 276. Frankfurt 1909. 28) III. 17, 11. 30) David Hoffmann, Deuteronomium. Berlin 1913. 31) David J. Macht. The American Journal of Physiology, Vol 96 No. 3 1931.

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