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Nahalat tsevi · 1933-03-01 · Heft 6-7 (März 1933) · p. Seite 207

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
III (5693) 1932/33
Issue
Heft 6-7 (März 1933)
Date
1933-03-01
Page
Seite 207 (sequence 39)
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207 unsere Weisen gewesen, die in Anlehnung an das Prophetenwort Jesajas die physische Ruhe besonders schützten. Trotzdem darf man wohl sagen, daß die eigentliche sozialhygienische Bedeutung des Sabbaths in der Ent- Spannung des Geistes liegt, wie ich dies im Jeschurun26 einmal dargestelit habe. Schon der Ausdruck ינפש weist auf die beabsichtigte seelische Wirkung hin. In der Pesikta des R. Kahana heißt es: der Sabbath wurde nur zur geistigen Erholung uns gegeben, damit die Arbeiter, welche die Woche über in Anspruch genommen sind, sich mit Thora beschäftigen können. So sollte Körper und Seele des Volkes gesund erhalten werden zur Erfüllung der Volksaufgabe: Träger der Thora zu sein. Der Sabbath kann in seinen sozialhygienischen Momenten unserer heutigen Wissenschaft ein Wegweiser sein, die die Diätetik des Geistes bis jetzt noch recht stiefmütterlich behandelt. Der sozialhygienische Einfluß der V o 1 k s e r n ä h r u n g ist von der heutigen Wissenschaft ebenfalls noch nicht genügend bearbeitet. Zwar finden wir schon Ansätze hierzu, aber Experimente im großen Stil fehlen fast vollkommen. So ist es verstündlich, daß G rotjahn bei seinem Bericht über die soziale Hygiene der Ernährung27 die Auffassung vertritt, der Mensch nehme im allgemeinen unwillkürlich die qualitativ und quantitativ richtige Nahrung zu sich. Für den Gesunden sei es nicht besonders wichtig, was er ißt. Demgegenüber hat es von Maimonides angefangen jüdische Mediziner gegeben, die die für den Juden zugeiassene Auswahl der Speisen auf hygienisch-rationalem Wege erklärten. Daß Honigmann gegen diese Auffassung polemisiert, ist verständlich, doch darf er sich dabei nicht auf P r e u ß berufen. Denn P r e u ß2 macht selbst die — wie uns scheint — durchaus nicht notwendige Konzession, ״daß wir uns für Verordnungen der Art keinen anderen Grund als den sanitären denken können.“ Er selbst verweist ja in demselben Zusammenhang auf Motive ״kultischer oder ethischer Natur.“ Schon die Art der Einführung der 20) Jacob Levy. Sozialhygienische Betrachtungen über den Ruhetag. Jeschurun, VIII. jhrg. Heft 5—6. 1921. 27) A. Grotjahn. Leitsätze zur sozialen und generativen Hygiene Karlsruhe 1927. *) Julius Preuss 1. c. S. 588.

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