Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- III (5693) 1932/33
- Issue
- Heft 6-7 (März 1933)
- Date
- 1933-03-01
- Page
- Seite 206 (sequence 38)
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206 und Klage(!) begangen worden sei. Diese widerspruchvolle vage Theorienwelt braucht uns an dieser Stelle nicht zu beschäftigen. Nebenbei sei nur bemerkt, daß nicht nur in dem angeblich späteren Deuteronomium ״soziale Regungen zur Entlastung der Beladenen mitzusprechen anfingen.“ Schon in Exodus 23,12 ist der gleiche Gedanke ausgesprochen. Hier sei nur summarisch das entgegnet, was der Medizinhistoriker Sudhoff21 nach der Diskussion des babylonischen Sabbath-Ur- Sprungs bekennt: ״Aber wenn auch, was hat das Judentum daraus gemacht, welche Fülle von Segen, geistig und körperlieh, ergoß sich über das Judenvolk aus diesem seinem heiligen Tage, seinem Ruhetage.“ Wollen wir den Sabbath so erfassen, wie er sich uns bei schlichter Prüfung der heiligen Quellen ergibt, so ist zweifeilos der Hauptgedanke der Sabbath-Idee ein religiöser: der Gedanke an die Schöpfung der Welt, an die göttliche Leitung der Volksgeschichte Israels. Aber wie bei vielen Gesetzen bewahrheitet sich auch beim Sabbath die Betrachtungsart unserer Weisen: Gottes Wort zerstiebt in viele Funken22, es entfaltet seine beabsichtigte Wirksamkeit in verschiedenen Riehtungen. So können wir auch nicht daran Vorbeigehen, daß das sozialhygienische Moment schon bei der Geburisstunde des Sabbath mitgewirkt hat: Es heißt im Zehngebot21 du sollst ruhen, auf daß dein Knecht ruhe; gedanklich erscheint hier vielleicht sogar die Ruhe des Knechtes als das Primäre.* Ebenso: Du sollst ruhen, auf daß sich erquicke der Sohn deiner Magd und der Fremde21. Wie die Thoravorschrift in Verbindung mit der zielbewussten Ergänzung unserer Weisen sozialhygienische Früchte gezeitigt hat, kann ich mir darzustellen ersparen25. Es sind gerade tJ Karl Sudhoff. Hygienische Gedanken und ihre Manifestationen in der Weltgeschichte. Deutsche Revue Okt. 1911. יי Sabbath 88 b. ״ Deut. 5, 14: למען ינוה ערוך ואמתך כמך. *) Auch die Begründung des Sabbath-Gebotes mit der Befreiung aus der ägyptischen Knechtschaft kann als Hinweis auf eine sozialhygienische Grundlage gedeutet werden (vgl. Ramban 2. Stelle). 14 Exod, 23, 12: .ויינס^ז בן אמתך והנר 5י Siehe S. R. Hirsch, Der jüdische Sabbath. Ges. Sehr. IS. 168. Julius Samuel. Der Sabbath. Seine Bedeutung für körperliche und geistige Hygiene. In ״Hygiene und Judentum“.