Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- III (5693) 1932/33
- Issue
- Heft 6-7 (März 1933)
- Date
- 1933-03-01
- Page
- Seite 187 (sequence 19)
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187 ״und auf fetter Trift weiden sie für die Berge Israels. ״Ich weide meine Herde, ich lasse sie ruhen, spricht "די אלקים, das Verlorene suche ich auf, das Verirrte brin- ״ge ich zurück, das Gebrochene verbinde ich, das Er- ״krankte stärke ich; aber das Feiste, das Trotzig-starke — ״vernichte ich! denn ich weide nach Recht!“ — Und sehen wir auch selbst nicht die Früchte unseres Wirkens, oh, laßt uns nicht verzweifeln: Kein Wort, aus wahrer tieffühlender Herzensregung gesprochen, geht verloren, es trifft das Herz und wirket weiter still. Oh, und auch nur einen Stein 1mit beigetragen zum Wiederbau unseres Volkes, auch nur einen irren Bruder aufgesucht, einen nur zurückgeführt zum Bunde unseres Gottes, ein Gebrochenes nur verbunden, ein Krankes geheilt, auch nur ein Feistes und Uebermütiges zum fühlenden Leben, zur bescheidenen Demut zurückgeführt; — und wir haben genug gelebt- So mögen denn diese Uebungen, die wir heute eingeleitet, stets von reinem Geist beseelt, in reinem Sinn begangen werden und segenvolle Vorschule sein fürs einstige!ernstere Leben. — Nicht dem Zufall, nicht dem Spiel der Laune und der Mode mögen unser Beginnen wir verdanken, das Eigene sei es durch Begriff und besonnene Erkenntnis, und es lenke, leite, begründe unser Streben — Gott!- ויהי נעם ד׳ אלקינו עלינו, ומעשה ידינו כוננה עלינו, ומעשה ידינו כוננהו. אמן. Das große Erlebnis. Es gehört zu der Eigenart des jüdischen Volkes, daß es in seinen großen Augenblicken über sich hinausdenkt und an seinen überströmenden Empfindungen die ganze Welt teilnehimen lassen möchte. Bei Beginn des Jahres singen wir das Hohe Lied der gerechten Vorsehung, in der Mitte des Jahres das Hohe Lied der Geschichte. Es wäre eine Vernachlässigung sondergleichen, wenn bei dem Versuche, unsere Leser in die Freude des Peßachfestes, in die zarte Wonne des Frühlings an der Hand unserer refigiösen Traditionen hinüberzugeleiten, wir nicht ein Wort zu den Fragen finden würden, die in der Gegenwart wohl jeden von uns ernstlichst beschäftigen.