Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- III (5693) 1932/33
- Issue
- Heft 6-7 (März 1933)
- Date
- 1933-03-01
- Page
- Seite 182 (sequence 14)
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182 heit wandelten, die Resultate dieses Lebens für ihre Brüder aussprachen. — .Wir kennen den klagenden Hiob, wie er im Druck des Leidens wimmert, doch im tränenden Auge selbst der Hoffnung farbiger Trostesbogen sich bricht; wir kennen den königlichen Jüngling, wenn er im Kampf mit innerem Leben und äußerem auf den Schwingen seines Gesanges sich emporhebt über Lebensdunkei; kennen des weisen Königs Aussprüche über die Ergebnisse seiner Lebensweisheit, kennen die Männer der Gottesrede und die Väter, die nahe noch der Quelle, was früher in lebendigem Wort nur lebte, niedergeschrieben in ״Schaß“ und mit ihres Geistes Früchten begleiteten, denen wir es verdanken, wenn wir uns heute noch die Frage lösen können, was Israel sei und was sein Wirken, welchen Platz es einnehme in der Völker Reihe, uns die Frage lösen können, was der einzelne Israelssohn denn sei in Israels Gesamtheit, und seines Lebens Bestimmung begreifen. Und diese Lehre, dieses Gotteswort sollen wir vertreten bei unseren Brüdern. — Finden wir aber Empfänglichkeit dafür? —-Ist Israel denn nicht müde von seiner großen Schicksaiswanderung? Erkennt sich Jakobs Familie in ihrer Zerrissenheit denn noch als Nation, als Israel an? Lebt denn noch in Israels Gemüt ein Funke von Bewußtsein seines hohen Berufes, ein heilig Volk zu sein im inneren eigenen Leben, und so stillwirkend Priesterreich zu werden in Völkermitte? Schielen Zions Söhne und Töchter denn nicht hinüber zum Glanzschimmer, der ihnen aus dem Leben ihrer Brudernationen entgegenscheint, und hat sie nicht geblendet dieser luftige Glanz, daß sie sich nur mit Ekel der Lehre ihrer Väter noch erinnern? Hat leerer Witz und hohles Geistesgaukelspiel ihre Gemüter nicht befangen, ihre Ideen nicht verwirrt, daß sie Dunst für Geist und Geist für Dunst ansehen, sie Zügellosigkeit selbst für Freiheit, und Freiheit, die wahre Freiheit, die Freiheit unseres Geistes, unseres eigensten Selbstes, die Freiheit, die gerade darin sich zeigt, daß wir nicht im Dienst des Tieres uns beugen, nicht im wilden Taumel jeder seiner Forderungen genügen, die Freiheit, daß wir des Lebens Norm erkennend, sie durchführen, wenn auch das Tier in uns sich gegenstemmt, die Freiheit endlich, die ihren größten Triumph dann gefeiert, wenn sie das Tier zu sich erhebt und Friede stiftet zwischen Tier und