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Nahalat tsevi · 1933-03-01 · Heft 6-7 (März 1933) · p. Seite 175

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
III (5693) 1932/33
Issue
Heft 6-7 (März 1933)
Date
1933-03-01
Page
Seite 175 (sequence 7)
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175 leugnet, ergreifend Zeugnis ab von dem tiefen Ernst, dem hohen Gedankenflug und der glühenden Begeisterung, von der die Seele des späteren grossen Gottesstreiters erfüllt war, der, seine Sendung begreifend, mit offenem Blick und kühner Zielsicherheit seinem heiligen Lebensberuf entgegenging. Gedanklich findet sich für den Kenner auch in dieser Erstlingsrede in überraschender Weise manches ausgesprochen, besonders was Auffassung der in ihr zitierten Stellen aus תנך betrifft, was in späteren Werken Vertiefung und Bereicherung gefunden hat. So dachten wir vor noch nicht allzu langer Zeit. Da wir aber in diesen bewegten Tagen diese Flammenworte noch einmal auf uns wirken Hessen, war es uns, als ob in ihnen ein Prophetenjünger unserer Tage sich noch einmal Rechenschaft ablegen wollte, was das Gebot der Stunde von ihm fordere, ehe er hineintritt in den Kreis seiner Brüder und Schwestern um ihnen ihr teuerstes göttliches Lebensgut zu deuten, dass aus ihm den Verzweifelten Aufrichtung werde, den um allen Lebensmut Beraubten neuer Lebenswille Zuströme, die in ihrer Ehre Geschändeten mit jenem unverlierbarem Stolz sich erfüllen, den das Bewusstsein Träger göttlicher Menschheitsziele zu sein, für immer verleiht, und sie den Weg erkennen den einzig möglichen, den sie zu beschreiten haben, wenn ihr Leben inmitten aller nächtigen Bangig. keiten von den ewigen Lichtstrahlen göttlieher Nähe erhellt bleiben soll. Die Schriftleitung. .ויהי נעם ד אלקינו עלינו, ומעשה ידינו כוננה עלינו, ומעשה ידינו כוננה Es werde auch uns die Anmut די unseres Gottes, und das Werk unserer Hände begründe auf uns, und unserer Hände Werk begründe Du es! Das Schöne, das in dem Werke unseres Gottes uns entgegentritt, die Anmut, die uns aus dem Auge der Schöpfung aniächeit, der Schöpfung, wo Gesetze herrschen, aber Gesetze nicht das Ganze zum starren Sein hinbannen, wo Freiheit herrscht, doch Freiheit nicht in üppiger Zügellosigkeit Schranken umstößt und hinausschweift zum eigenen Verderben und zu des Ganzen Störung, wo mit dem Blick aufs Ganze des Schöpfers weise Hand an seine Stelle jegliches gestellt und seiner Bestimmung Grenzen ihm gezogen, doch desselben Meisters weise Liebe auf seiner Stelle, in seinem Kreise der Entwicklung freies Leben jeglichem geschenkt, wo unseres Gottes Riehterwort und Hauch der Liebe das ganze schöne Spiel des Lebens hat hervorgerufen; wo jedes lebt, doch in dem Kreise lebt, der ihm gezogen, und so des Worts allmächtige Einheit in schöner Fülle reicher Mannigfaltigkeit sich darstellen kann — von dieser Schöne möge der Gott der Liebe und des Rechts auch unserem Gemüte einen Strahl einsenken, daß wir’s begrei-

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