Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- III (5693) 1932/33
- Issue
- Heft 6-7 (März 1933)
- Date
- 1933-03-01
- Page
- Seite 173 (sequence 5)
- Belongs to
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173 heute diese Frage. Glücklich die Eltern, die um Antwort nicht verlegen sind. — Aus dem Antisemitismus der nationalen Revolution Deutschlands tönt nicht nur Gottes Nein zum Irrweg der Reform, sondern auch Gottes .Weckruf zur Rückkehr und Aufkehr zur jüdistfhen Idee. Nur die jüdische Idee können wir wirksam dem Antisemitismus entgegenstellen, denn sie kehrt sich auch gegen den — Semitismus. Bekenntnis zur Nation ist der Sinn der deutschen Bewegung. Unbedingte bejahung der Nation soll die Gegensätze der Klassen, der Stände und der Konfessionen ausgleichen. Nicht jedoch den Gegensatz zwischen Juden und Nichtjuden. Denn die Juden stehen — blutmäßig — außerhalb der Nation. Dieser Gegensatz soll, wenigstens nach der heutigen Tendenz, bleiben. Die jüdische Idee kennt diesen rein blutmäßigen Gegensatz der Nationen nicht. Ihr ist Blut nicht unabwendbares, nicht endgiltiges Schicksal. Nach dem Gesetz der Thora kann jeder Deutsche, wenn er sich zur jüdischen Idee bekennt, vollwertiger Jude werden. Nach dem Gesetz der Thora hat die jüdische Idee den Primat vor dem jüdischen Blut Judentum und Semitistnus sind nicht wesensgleich. Judentum in seiner geschichtlichen Ausprägung ist die Lehre vom Königtum Gottes. Gott ist dem Judentum nicht nur Naturgesetzgeber, sondern auch Menschenrechtsetzier. Nach jüdischer Auffassung ist es das geschichtliche Ziel aller Nationen der Erde, dermaleinst aus Gottes Hand ihr nationales Recht zu empfangen und Gott als Staatsnationen ihres Gottesstaates zu dienen. De Ausschaltung Gottes als nationalen Gesetzgebers gilt dem Judentum als menschheitliche Verirrung, die am Ende der Zeiten ihre Korrektur finden wird. Bis zu diesem Ende der Zeiten die Lehre vom Königtum Gottes inmitten der Mensch״• heit wach zu erhalten, wach zu erhalten durch Treue bis in den Tod für das der jüdischen Nation geoffenbarte nationale Recht der Thora: das ist der geschichtliche Sinn des jüdischen Martyriums. Nicht aus — Semitismus hat der Jude sich in der Geschichte behauptet. Er hat seine nationale Eigenart bewahrt, weil das Gottesrecht der Thora sein nationales Gottesrecht ist und nur im nationalen Leben der Zukunft volle Verwirklichung finden kann. Die jüdische Idee verneint nicht die Nationen, sondern be-