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Nahalat tsevi · 1933-03-01 · Heft 6-7 (März 1933) · p. Seite 172

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
III (5693) 1932/33
Issue
Heft 6-7 (März 1933)
Date
1933-03-01
Page
Seite 172 (sequence 4)
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172 Gegen das jüdische Blut aber, nicht gegen die jüdische Idee, ist der deutsche Antisemitismus gerichtet. Die jüdische Idee —: der deutsche Antisemitismus kennt sie nicht. Er sieht, ohne Liebe und ohne die mindeste Einfühlung, jüdische Eigenart. Und er sieht, was deutsche Juden an Geistigem geleistet haben, nicht weit sie Männer sind der jüdischen Idee, sondern weil sie längst aufgehört haben, es zu sein. Die jüdische Idee —: kennen wir sie denn selber? Zeigt nicht der Zionismus in all seinen Schattierungen, wie fern selbst solche von der jüdischen Idee sind, die den Willen zum Judentum haben? Ist nicht der Zionismus seinem innersten Wesen nach — Semitismus, und als solcher genau so auf das jüdische Blut konzentriert, wie der — Antisemitismus? Trennt man den Juden von der jüdischen Idee, so bleibt übrig — Semitismus. Am Ende des Weges der Reform stehen die Dämonen des Semitismus und des Antisemitismus.- ״Edel sei der Mensch, hilfreich und gut“: Wohl darf gesagt werden, daß dieser hohe Satz den Inbegriff des Lebensideals der besten deutschen Juden bildete, nachdem sie die jüdische Idee verloren hatten. Getrost können wir den Vergleich des jüdischen Menschen und des deutschen Menschen in Deutschland dem Richterspruch gerechterer Zeiten überlasten. Es war der jüdische Mensch in Deutschland, in all seiner Thora- Untreue, an Werken der Liebe, der Güte, der Menschlichkeit so reich wie der Granatapfel an Kernen. Aber das Bekenntnis zu reinem Menschentum, das keine Schrankeides Blutes duldet, genügt nicht zur Rechtfertigung, zur Erklärung jenes ungeheuerlichen Vorsatzes des jüdischen Menschen, nach Untergang seines Staates und trotz der Zerstreuung sich in der Geschichte der Nationen zu behaupten. Erschöpfte sich die jüdische Idee im Inhalt jenes Satzes, so wäre jüdisches Blut in der Tat nichts als — Semitismus. Was ist der Sinn des׳ jüdischen Schicksals? Warum ist eine Menschengruppe ausgeprägtester Eigenart zum Leidensgang inmitten der Nationen verurteilt, um immerwährend — Los der fremden Minorität — nicht nach seinen besten oder auch nur nach seinen durchschnittlichen, sondern nach seinen schlimmsten Gliedern allgemeine Bewertung zu finden? Auf den Lippen der jüdischen Jugend Deutschlands schwebt

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