Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- III (5693) 1932/33
- Issue
- Heft 4-5 (Januar 1933)
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 167 (sequence 55)
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167 treuen Einzeljuden bewußt ein: aber als Entreebillet verlangt es von ihm einen teuern Kaufpreis: den Verzicht auf die Thora als Gemeinschaft konstituierenden, Gemeinschaft beherrschendetrtFaktor. Nicht [der Liberalismus und nicht der Nationalismus, sondern Sie, nur Sie sind es, der Ueberzeugungsopfer gebracht hat und täglich und stündlich bringen muß. Bernheim: Aber ist nicht in Wahrheit heute allein die liberale Religionsgemeinschaft und allein die zionistische Nationaljgemeinschaft faktisch imstande, alle Juden in sich aufzunehmen? Die Thoragemeinschaft kann es doch nun einmal heute nicht. — Alfred: Auch jene können es nur so lange, als — Sie ihnen dazu verhelfen. Die liberale Religionsgemeinschaft und die zionistische Nationalgemeinschaft wären ein Torso, ja mehr als das: verwesende 'Teile des Thoravolks, um mit der Weissagung zu reden, wenn nicht gerade Sie, Sie, Herr Doktor, durch Ihren Beitritt ihnen den Schein des Lebens verschaffen, den entwendeten Glanz des Thoravolks über sie breiten würden. Herr Doktor, Herr Doktor, das Staatsvolk der Thora und das Staatsland der Thora, die teueren Elemente unseres zerbrochenen, unseres künftigen Thorastaats, sie und das Thora- Staatsrecht werden von der liberalen Religionsgemeinschaft und der zionistischen Nationalgemeinschaft auf Leben und Tod bekämpft, und Sie, Herr Doktor, sind in der Gemeinschaft der — Feinde? Die Thorafahne, flatternd auf den Zinnen des Liberalismus und des Zionismus: Herr Doktor, das ist kein Zeichen des Sieges der Thora-: ein Zeichen ist’s, daß der Liberalismus und der Zionismus sich Ihrer — bemächtigt haben! Bernheim:- Alfred: Herr Doktor, ich will die jüdische Sache gar nicht mit den allgemein politischen Dingen vergleichen. Aber Tat- Sache ist es doch, daß selbst die schäbigste politische Idee zur Bildung einer selbständigen Partei führt und niemand sich damit begnügen würde, diese Idee nur innerhalb einer anderen Partei zu vertreten und geduldig abzuwarten, bis sie ins Programm aufgenomrrten wird. Und nur die Thbraidee muß sich bescheiden? Ist sie nicht stark genug, nicht groß genug, ihr Gegensatz zur liberalen Idee der Religionsgemein- Schaft und zur zionistischen Idee der Nationalgemeinschäft nicht tief genug, um eine eigene Organisation zu erzwingen?