Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- III (5693) 1932/33
- Issue
- Heft 4-5 (Januar 1933)
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 162 (sequence 50)
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2551369-2551370-2551374--1072-2552579- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
162 persönliche Einstellung des Individuums zu diesen Denk- und Gefühlswerten erfolgt. Um die diesbezügliche e c h t j ü d i s c h e Auffassung darzustellen, müßte ich wohl erwähnte zwei grundlegende Aufsätze des Meisters wenigstens auszugsweise herfügen. Da aber ökonomische Gründe dies erschweren, sei nur auf eine aufmerksame Lektüre derselben hingewiesen. Eine solche wird uns mit voller Klarheit und Schärfe den zwischen echtjüdischem Wesen einerseits und an subjektiver Intuition entstandenen und entstehenden ״religiösen“ Wesen andererseits klaffenden Gegensatz erkennen lassen. (Vgl. hierzu auch S. R. H. Komm. III 1,1., und Saadia, Emunoh, III. 4.) Der neue Kusari. ■ Von Dr. Isaac Breuer ' (1e>. Fortsetzung.) Alfred: Herr Doktor, wenn Sie in die liberale Religionsgemeinschaft, wenn Sie in die zionistische Nation eintreten, um hier wie dort die Fahne des Staatsvolks der Thora aufzupflanzen, so ist dies ein Schritt, der die Idee des antijüdischen Liberalismus und die Idee des antijüdischen Zionismus geradezu verwirklichen hilft. Bernheim: Was sagen Sie? Das müssen Sie mir erst beweisen! Alfred: Dem Liberalismus ist das Judentum subjektive Religiosität. Solange Ihre Gemeinde nur liberale Institutionen hatte, war sie lediglich die Erscheinungsform liberaler Religiosität, und sie konnte keinerlei Anspruch darauf erheben; die jüdische Religionsgemeinschaft schlechthin an ihrem Ort zu repräsentieren. Die Existenz der Thbratreuen, des historisehen Judentums, war schließlich nicht zu leugnen, wenn ftian damals wohl auch die Hoffnung hegen mochte, wenigstens in Deutschland sie allmählich zum Schwinden!zu bringen. Die Hoffnung hat sich nicht verwirklicht. Das Austrittsgesetz entriß dem Liberalismus das schmachvolle Mittel des staatlichen Zwangs. Nur widerstrebend zunächst, wie Sie erzählten, unter dem Druck dieses Gesetzes, entschloß man sich zur Einführung thoragemäßer Institutionen. Sie selber aber haben rühmend hervorgehoben, daß im Laufe!der Jahre, an Stelle des erpreßten