Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- III (5693) 1932/33
- Issue
- Heft 4-5 (Januar 1933)
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 157 (sequence 45)
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2551369-2551370-2551374--1067-2552574- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
U7 fung gebracht werden jmuß; als Berufener, vielleicht sogar als — Berufenster! Noch imehr aber glauben wir hierzu berechn tigt zu sein, da doch Wohlgemuth selber S. 72 zugibt: ״Scheler ist in allem Religiösen nur ein Erneuerer neuplatonischer, augustinischer Erfassung der ,Welt und des Göttlichen, ein zeitgenössischer Rufer im alten Streit für die Intuitio gegen die Ratio“. Daher ist doch mit Scheler gewiß keine solche ganz neue Richtung; in die Arena philosophischer Weltanschauung eingetreten, auf die Reflexstrahlen aus der reichen Ideenwelt des Meisters nicht hätten fallen können. 1. Vor allem sei zu dem S. 19 und 20 in Bezug auf den sensualistischen Empirismus und die idealistische Erkenntnistheorie )Kants Gesagten auf folgende merkwürdige Stelle in Hirschs Kommentar zu Genesis 2,19, verwiesen: ״Dieses Wissen ist aber nur subjektiv, ist!nur das אשר יקרא לו האדם נפש חוה הוא שמו, wie sich der Mensch die Dinge von seinem subjektiven Standpunkte nennt, was er von ihnen, nach den von ihnen erhaltenen Eindrücken, begreift, was sie ihm sind. Das Wesen der Dinge an sich schaut kein sterblicher Geist. Während damit aber die Bedeutung der Summe des menschlichen Wissens auf ihr bescheidenes Maß zurückgeführt wird, ist doch zugleich dem Skeptizismus entgegentreten durch die Versicherung: הוא שמו, daß das von uns durch die Eindrücke auf uns Erkannte, wenn auch nicht die ganze Wahrheit der Dinge, doch Wahrheit sei. Gott, der den Menschen und die Dinge geschaffen und seine geschaffenen Wesen dem Menschen zugeführt, damit er sie sich nach den von ihnen empfangenen Eindrücken nenne, ist auch dem Menschen Bürge dafür, daß das ihm verliehene Maß von Erkenntnis der Dinge keine Täuschung sei, daß auch dieses Bruchstück von Wahrheit wahr, daß es die Wahrheit von den Dingen sei, deren der Mensch für die Lösung seiner Aufgabe in Mitte der Wesen bedarf und der er getrost sich anvertrauen darf. So bildet der Glaube an Gott, der die Mensehen ,und die Dinge geschaffen, eine wesentliche Grundlage auch der theoretischen Erkenntnis des Menschen. Ohne diesen Glauben kann sich auch die theoretische Wissenschaft nicht des trostlosen Skeptizismus erwehren, hat sie keine Gewähr, daß sie nicht Traum aus Traum folgere und Traum mit Traum beweise.“