Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- III (5693) 1932/33
- Issue
- Heft 4-5 (Januar 1933)
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 155 (sequence 43)
- Belongs to
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135 besser weiter tradieren können, während im ersten Fall die Outen um der Schlechten willen leiden. Zwischen beiden Möglichkeiten zu entscheiden ist schwierig, aber letzten Endes kommt es auf die Eigenart des Lehrers an. Der eine fühlt in sich die Kraft, gerade Andersdenkende zu beeinflussen,und nur, wenn er Schwierigkeiten zu überwinden hat, offenbart sich seine ganze Größe. Ein anderer wieder wird schwach und unsicher, wenn er fühlt, daß seine Worte nicht genügendem Verstandnis begegnen, und nur, wenn er eine Gemeinschaft Gleichgesinnter vor sich sieht, kann er geben. Rabban Gamliel glaubte nun, als er die neuen Plätze im Lehrhaus sah, leine Eigenart werde nicht von der Thora gebilligt. Da träumte er seinen Traum, der ihm recht gab. Unsere Weisen bemerken aber, dies sei keine allgemeingültige Entscheidung, sondern sie gelte nur für Lehrer von Rabban Gamliels Typ, während ein wie R. Eleasar ben Asarjah veranlagter Lehrer sich seiner Art gemäß zu betätigen habe. Die Anwendung dieser Er- Ziehungsmethode haben uns unsere Weisen in zahllosen Beispielen vor Augen geführt. In manchen komplizierten Fällen zeigen sie uns Lösungen, die uns ihre Vielseitigkeit und Größe auf allen Gebieten offenbaren. Gerade der Westeuropäer wird hier staunend manche ״Entdeckungen“ der neueren Zeit schon vorweggenommen finden. So lernte man in Telschi auch die Agadah wieder richtig einzuschätzen und erkannte, daß hier ebenso wie in der Halacha selbst der sinnvollste Wortlaut nur Gewand eines tiefer liegenden Gedankens sei. Dessen wahrer Gestalt zu ergründen, ist Zweck des Thorastudiums, wie sich Rabbi Josef Löb Bloch‘ in seiner letzten programmatischen Mussarrede ausdrückt. Diese Erkenntnis erneuert, gelehrt und ihr zum Durchbruch verhdlfen zu haben, ist sein Lebenswerk, ihr immer neue Anhänger zu gewinnen, betrachtet die Telscher Jeschiwah als ihre Aufgabe. Grundgedanken der Religionsphilosophie Max Schelers in jüdischer Beleuchtung. (In der Festschrift für Jakob Rosenheim (1931) S. 19—77) Von Dr. T. Wohlgemutb. Besprochen von Rabbiner Ph. Fischer in Sarospatak (Ungarn). Ueber die philosophische Richtung des in der neueren Zeit vielgenannten Schriftstellers Max Scheler im allgemeinen