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Nahalat tsevi · 1933-01-01 · Heft 4-5 (Januar 1933) · p. Seite 150

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
III (5693) 1932/33
Issue
Heft 4-5 (Januar 1933)
Date
1933-01-01
Page
Seite 150 (sequence 38)
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190 So ist aber nach der ganzen Sachlage dem Rassenhaß gegen die Juden das Urteil zu sprechen: er ist ohne yernünftigen Grund, er verkennt die tatsächlichen Verhältnisse, er ist ohne Sinn. , Fünfzig Jahre Telscher Jeschiwah. Von Mordechai Dauw Rogosniizky, Leipzig/Telschi. Vor 50 Jahren, als das osteuropäische Judentum unter der russischen Bedrückung stark zu ■leiden und gleichzeitig mit der Haskalahbewegung einen Kampf auf Leben und Tod zu führen hatte, gründete Rabbi Elieser Gordon זצ׳יל die Jeschiwah in Telschi, nachdem schon kurz vorher Rabbi M. Atlas זצ״ל sowie Rabbi Z. J. Oppenheim זצ״ל, spätere Rabbiner von Schaulen bezw. Keim durch Konzentrierung einiger älterer Bachurim in Telschi den Boden vorbereitet hatten. Kaum zehn Schüler zählte sie bei ihrer Eröffnung, und heute sind deren fast 400 in Telschi vereint, um idem Ansturm der Welt ein zweites Jawne entgegenzustellen. Die erste große Jeschiwah Litauens hatte um die Wende des 18. Jahrhunderts des Wilnaer Gaon Schüler, Rabbi Chajim Woloschiner זצ׳ל in seiner Heimatstadt gegründet, der so die von seinem Meister übernommene Lernmethode durch seine zahlreichen Schüler über ganz Litauen verbreitete. Später, als das Lager der Haskalah sich vergrößerte, wandte es sich gegen die Woloschiner Jeschiwa und erreichte durch falsche Beschüldigungen ihre Schließung seitens der Regierung. Aber noch vorher hatten ihre Schüler sowie andere weitblickende Führer bereits eine Anzahl neuer Jeschiwoth, u. a. Telschi, Keim, Slobodka, Mir, Radin, gegründet. Vor den anderen litauischen (Jeschiwoth zeichnet sich Telschi durch seinen eigenartigen Aufbau sowie seine Lehrmethode aus. Die Einteilung der Jeschiwah in vier Stufen, jede zu 4—5 Semestern, steht unter den großen osteuropäischen Jeschiwoth einzig da. Für jede Stufe werden besondere Schiurim abgehalten, die nur in lockerer Anlehnung an gelernte Talmudstellen talmudische Probleme allgemein und umfassend behandeln. Durch die Angleichung der Schiurim an die jeweilige geistige Reife der Schüler können diese in kurzer Zeit nennens-

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