Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- III (5693) 1932/33
- Issue
- Heft 4-5 (Januar 1933)
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 149 (sequence 37)
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149 Gruppen von Menschen, die sich ob ihrer Studienjahre mit besonderer Betonung als die Gebildeten bezeichnen, wie bei den sogenannten Ungebildeten kommt es zu Ausbrüchen einer zum Hasse gesteigerten Unduldsamkeit, welche andersgesinnte Nebenmenschen wirtschaftlich, gesellschaftlich, ja sogar körperlich mißhandelt, zuweilen unmittelbar des Lebens beraubt. Bei einem solchen Gebühren muß man von einem Unsinn des Lebens reden. .Wenn verhetzte Haufen Heiligtümer zerstören, an Kirchen und Synagogen Fenster zertrümmern, was für einen Sinn hat das als nur: daß sich ein Hassen entlud? Sinnlos. Zwecklos. In das Gebiet des Sinnlosen gehören weiterhin die Begriffs- Verwirrungen einer Agitation, die hemmunglos mit Worten arbeitet die, aus irgend einem Wissensbereiche genomimen, an Unrechtem Ort verwertet werden. Ein solches Wort ist Rasse. Als Rasse benennt man eine Menschheitsgruppe, deren Einzelpersonen körperliche und geistige Merkmale bestimmter Art gemeinsam haben. Hautfarbe, Beschaffenheit der Haare, Haarwuchs, Form und Lage der Augen, Gesichtsbildung, Schädelform; Verstandesgröße; Lebensweise und kulturelle Erbmassen werden für die Rasseneinteilung in Ansehung genommen. Unsere europäischen Völker können bei der umfatssenden Vermischung von Stämmen, Blutgruppen, Menschheitstypen keiner Rasse zugesprochen werden; dies gilt ohne Zweifei auch für die Juden, die in die ursprüngliche Großsippe Abrahams durch religiöse Proselyten aus allen Völkern Persomen und Familien hereinbekamen. So ist es ohne Sinn, unsere Judenheit als Semiten zu bezeichnen. Ein Volk kann man sie insofern nennen, als sie, seitdem ihre Ahnen vom Sinai die Herrlichkeit der Gottesoffenbarung die Thora gab, eine religiöse Gemeinschaft darstellen. Aus Aegypten zogen weg die Söhne Jakobs in der Gruppierung der Stämme; am Sinai wurden sie das Gottesvolk: Am Israel. Hirsch sagt uns das so schön in seinen Ausführungen zu Schabuot: dieses Fest ist Gründung des Israel-Geistes.... Des Wochenfestes Lehren: Israels einziger Beruf: Träger und Erfüller der göttlichen Lehre zu sein, darin Priesterreich, ein heilig Volk. Wir haben das Analoge dazu in dem Ausdruck ״das christliche Volk,“ womit ebenfalls keine staatliche oder politische Verbundenheit besagt wird, sondern eine religiöse.