Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- III (5693) 1932/33
- Issue
- Heft 4-5 (Januar 1933)
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 136 (sequence 24)
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2551369-2551370-2551374--1046-2552553- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
136 Rabbiner Hirschs erscheint in solcher Eigenschaft gleich der Morgenröte als Vorzeichen der aufstrahlenden Gotteserkenntnis, als Vermittlerin der geistigen Erlösung der Menschheit, als Vorbereitung der Zeit, in welcher das Tauroh-Universum in seiner himmlischen systematischen Ordnung Gemeingut Jisroels sein und in welcher sich auf diese Weise das Lebensziel unsres Lehrers Moscheh erfüllen wird. * * * Mit der Philosophie Rabbiner Hirschs ist, wie aus der obigen Darstellung erhellt, die Geistesgeschichte des jüdischen Volkes in eine neue Phase getreten. Die Aera, die sie eröffnet, gewährt den Zeitgenossen die Beruhigung, daß sie nach menschlichem Ermessen bis zum Ablaufe des Golus eines grundsätzlichen Erneuerers der 'jüdischen Philosophie nicht bedürfen. , ' Einen leuchtenden Beweis hierfür bilden die herrlichen Werke des Mannes, dessen gesegnetem Andenken dieser Aufsatz gewidmet ist. Seit dem Heimgange Rabbiner Hirschs waren die Wissenschaff und die von ihr beeinflußte Technik in nie geahnter Weise vorangeschritten, hatte das Leben der Menschen in vieler Hinsicht eine durchgreifende Umwälzung erfahren. Da sich nun die Gedankenwelt Rabbiner Hirschs einer solchen Veränderung gegenüber sieghaft behauptete, so hat sie damit ihren Ewigkeitswert bewiesen. Denn die Umgestaltung in Wissenschaft und Leben war so gewaltig, wie sie in der Geschichte der Menschen nicht häufig zu geschehen pflegt. Rabbiner Raphael Breuer erkannte mit klarem Blicke, daß im Strudel einer solchen Zeit die Lehre Rabbiner Hirschs einen starken Fels bildet, an welchem die Wogen gottentfremdeten Wissens und Lebens zerschellen. Er war nicht allein mit den Schriften seines Großvaters, zu deren sittlicher Größe er mit Bewunderung und mit edlem Nachahmungseifer aufschaute, sehr vertraut. Er stand auch auf der Höhe der profanen Wissenschaft und wußte das Leben in solch naturgetreuen Schilderungen zu zeichnen, daß er sich als ein hervorragender Kenner desselben bewährte. Seine Schriften bezeugen in Inhalt und Sprache die Selbständigkeit seines Denkens, wie denn überhaupt die Schatten des Epigonentums seinen geistigen Lebensweg nicht umwallen. Wenn ein Denker von dieser