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Nahalat tsevi · 1933-01-01 · Heft 4-5 (Januar 1933) · p. Seite 133

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
III (5693) 1932/33
Issue
Heft 4-5 (Januar 1933)
Date
1933-01-01
Page
Seite 133 (sequence 21)
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133 Solch ein behutsames Schweigen führt eine beredte Sprache. Es zeigt den Genius und seine Philosophie auf unerschütterlichem, göttlichem Standpunkt. Veranlagung und Wissen hätten den erprobten Forscher dazu befähigt, den gigantischen Bau eines Philosophems zu errichten. .Wie verlockend winkte die Aufgabe, ein geistiges Gebäude zu schaffen, in welchem sich alle Gebiete der gedanklichen und stofflichen Welt und der Mensch mit ihnen in Harmonie zusammengefunden. Wae zu einer ragenden Bergeshöhe hätten wir zu ihm emporgeschaut; denn es hätte sich vor unserm Blicke als Wahrzeichen des Geistes aus der Talniedere des Lebens erhoben. Statt dessen hat der große Lehrer sich damit beschieden, Seine Gedanken einem Sämann gleich auszustreuen. Wohl hat er sie mit starkem .Wurfe in alle dem Menschen erreichbaren Gefilde eingepflanzt, so daß sie einmal als blühender Garten im Boden der Menschheit aufgehen werden. Allein, er hielt sich die Tatsache vor Augen, daß ein von Menschen erdachtes System im besten Falle relativ vollkommen ist, das System der jüdischen Philosdphie aber nur bei absoluter Vollkommenheit zu Recht besteht. Absolute Vollkommenheit besitzen jedoch nur Gottes Werke. Somit vermag Gott allein jenes System zu schaffen. Er schuf es in Wirklichkeit, und zwar vor der Welt- Schöpfung. Es ist mithin nicht, wie die menschlichen Philosopheme, ein Abbild der Welt, sondern ihr zweckhaftes, geistiges Vorbild. Die jüdische Philosophie ist die Tauroh selber, die allumfassende göttliche Weisheit mit ihrer lückenlosen inneren Einheitlichkeit, mit ihrer unfehlbaren Wahrhaftigkeit. Die Tauroh heißt daher im Munde unserer Weisen ראשית; sie ist das vor der ganzen übrigen Schöpfung geschaffene Prinzip aller .Wesen und Kräfte; sie ist ihrer aller Grund, Zweck und Halt. Die Tauroh ist somit die Verwirklichung des hehren Zieles, in dessen nie gelingender Erforschung die Aufgabe der allgemeinen Philosophie besteht. Sie ist die Wissenschaft aller Wissenschaften. Ihren systematischen Aufbau, den geistigen Weltenplan, hat wohl nur Moscheh Rabbenu באיספקלריא המאירה, in ungetrübtem Lichte, geschaut. Vor dieser Wahrheit, vermuten wir, hat sich Rabbiner Hirsch sein ganzes Leben hindurch in tiefer Ehrfurcht gebeugt. Er konnte auch mit vollem׳ Rechte auf ein System seiner Gedanken Verzicht leisten. Der profane Philosoph kann des Systems nicht entraten, es dient ihm als

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