Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- III (5693) 1932/33
- Issue
- Heft 4-5 (Januar 1933)
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 130 (sequence 18)
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i30 selbst Pharao unsere Vorfahren als Kinder Israels kannte. Es sollte mit dieser Israelskindschaft gleichzeitig auch die Ehrfurcht vor der Tradition anklingen, und eine traditionstreue Gemeinschaft wird sich in allen Lagen, in Not oder Glück eine Führung aus solchen Menschen geben, welche die Tradition verkörpern, Sturm und Drang, der das Alte verwirft, überwunden haben, das Suchen nach unerhört neuen Wegen für — abwegig halten. Deshalb erging seitens des erlösenden Allmächtigen die .Weisung an Mose, die Botschaft der Erlösung durch die Alten an das Volk heranzubringen, mit striktem Hinweis auf die Tradition (II. M. 3,10). Aus der Tatsache, daß dieses unterdrückte Volk sich freiwillig eine vollkommen unkriegerische Organisation gegeben hatte, sollte Pharao erkennen, daß diese Israelskinder nicht kindisch zurückgeblieben, undisziplinierte Masse waren. Deshalb begleiteten Mose bei seinem ersten schweren Gang zu Pharao die Alten als Vertreter der freigewählten Organisation der Israelskinder. (Exegetischer Exkurs: Hier begegnet uns eine unseres Wissens bisher nicht völlig gelöste Schwierigkeit, indem wir des öfteren dem Namen: Ivri, ivriota, ivriim,. begegnen. Aber betrachtet man die einschlägigen Stellen ganz genau, so ergibt sich die Wahrnehmung, daß diese Bezeichnung (abgesehen von einer Stelle, über die noch zu sprechen sein wird) sozusagen nur im äußeren Verkehr vorkommt, nur von den Aegyptern und im Umgang mit den Aegyptern gebraucht. Das ergibt eine weite Perspektive. Bekanntlich begann die Bedrückung mit einer neuen Dynastie, mit einem Bruch der Tradition. Da mochte es für die Machthaber unbequem sein, unter ihrem Scepter eine Menschengruppe zu wissen, die so hartnäckig selbst in ihrem Volksnamen am Alten festhielt; daher wohl auch die etwas gehässig-hämische, vorwurfsvolle Art, mit der Pharao in seinem die Bedrückung einleitenden Staatsrat von den Israelskindern und ihren Ansprüchen auf eigenes Volkstum sprach. Es muß von diesem Augenblick an im offiziellen Aegypten nur noch von Ivrim die Rede gewesen sein, von einem Versuch, diese unbeugsamen Israelskinder, als ״jenseitige“, d. h. kurz und gut als ״Ausländer“ zu stigmatisieren. Man vergleiche das Kommando an die weisen Frauen der Ivrim, deren durch die Not und durch den Zwang gebotenes Eingehen auf diese aufoctroierte Nationalitätsbezeichnung,