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Nahalat tsevi · 1933-01-01 · Heft 4-5 (Januar 1933) · p. Seite 127

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
III (5693) 1932/33
Issue
Heft 4-5 (Januar 1933)
Date
1933-01-01
Page
Seite 127 (sequence 15)
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127 wenigsten. Die meisten leiden an Zeitmangel, an Arbeitsüberhäufung, die ihren Sinn verzettelt und ihre Nerven zermürbt. Am Ende der Zeiten werden die Menschen wieder Zeit und gesunde Nerven haben. Und noch ein Drittes ist gewiß. Nicht bloß der Krieg der Völker, auch der Neid ünd die Streitsucht der Einzelnen werden am Ende der Zeiten aufhören. Allgemeines Glück und allgemeine Zufriedenheit werden jene Dämone der Menschheit mit ihren Keimen entwurzeln. Wird das aber nicht eine gar langweilige Welt werden? Was sollen denn die Menschen den ganzen Tag tun, wenn sie nicht mehr einander beneiden und bekämpfen können? Ihre einzige und ihre Zeit ausfüllende Beschäftigung wird die Erkenntnis Gottes sein. Wenn aber die Erkenntnis Gottes zur Tagesbeschäftigung des einfachen Bürgers wird, dann muß auch naturgemäß die Intelligenz der Menschen einen ungeahnten Aufschwung erleben. Und in der Tat: nicht bloß die Unglücklichen, auch die Ungeistigen verschwinden. Insbesondere wird Israel ein Volk von großen Weisen sein, die in das Geheimnis verborgener Dinge einzudringen verstehen und jede der menschlichen Verstandeskraft nur irgendwie erlangbare Einsicht in das Wesen des Uebersinnlichen gewinnen. ״Denn voll wird die Erde der Erkenntnis Gottes, wie Wasser Meerestiefe bedecken“. (Jesajas 11,9.) * * * Ich habe versucht, auf Grund des elften und zwölften Kapitels!der הלכות מלכים vom Ende der Zeiten ein Bild zu entwerfen, das man nur klar vor Augen haben muß, um den politischen und philosophischen Messianismus unserer Tage in seiner ganzen Einseitigkeit und Willkürlichkeit zu durchschauen. Es ist einfach nicht wahr, daß der Messianismus des ״großen Philosophen Maimionides“ erst dann völlig verstanden sein wird, wenn vom Begriff der messianischen Zukunft jeder Jenseitssinn abgetrennt sein wird. Denn ebenso wie es unmöglich ist,!den Begriff Gott von jedem jenseitssinn zu entleeren, ebenso unmöglich ist es, den Begriff des Gottesreiches auf Erden ohne die Vorstellung eines Sieges des Jenseits über das Diesseits sich zurechtzulegen. Und ebenso wie wir uns Gott nicht aus einer philosophischen Idee, sondern allem Anthropomorphismus zum Trotz als eine handelnde Persönlichkeit vorzustellen haben, ebenso darf uns der Moschjach nicht zu einer Personifikation eines philosophischen Gedankens oder eines politischen Ideals

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