Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- III (5693) 1932/33
- Issue
- Heft 4-5 (Januar 1933)
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 124 (sequence 12)
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134 für Qott ist das Losungswort, mit welchem er der Welt eine neue Ordnung bringet. Und das ist das vierte Kennzeichen des Moschiach. Der Fürst des Friedens wird sich den Frieden erst erkämpfen müssen. Daher dürfen wir, bevor Moschiach kommt, an keinen ewigen Frieden glauben. Wenn wir uns einbilden, daß ohne göttliche Weltordnung der ewige Friede erlangbar ist, auf dem Wege der bloßen Neuorientierung der Weltpolitik, wenn wir in den politischen Konferenzen der Weltmächte etwas mehr als den Ausdruck ihrer Sehnsucht nach dem ewigen Frieden erblicken, dann überschätzen wir den Einfluß der Weltpolitik auf das Weltgeschick, dann schalten wir selbstherrlich aus unserem Zukunftskalkül die göttliche Macht der religiösen Wahrheit aus. Diese vier Kennzeichen des Moschiach, so groß und überwältigend sie auch sind, haben nur provisorische Bedeutung. Sie berechtigen uns nur zu der vorläufigen Annahme, daß eine solche Persönlichkeit aller Wahrscheinlichkeit nach der von Qott verheißene und gesandte Erlöser ist. Zur Gewißheit darf uns diese Vermutung erst dann werden, wenn es dieser Persönlichkeit gelungen ist, das Heiligtum an seiner angestammten Stätte zu errichten und Israels Zerstreute zu sammeln. Hier ist offenbar der Punkt, wo der Moschiach als handelnde Persönlichkeit in die Weltpolitik: eingreift. Die Wiedereinsetzung der ganzen Thora und die nationale Organisation der jüdischen Diaspora ist der schwierigste Teil seiner Aufgabe, deren restlose Lösung erst seine Beglaubigung als der wahrhafte Moschiach bedingt. Daran läßt sich nun leicht ermessen, in weich verkehrten Vorstellungen über das unter den heutigen Zeitläuften für das Judentum Erlangbare zahlreiche Zeitgenossen, die sich als gute Realpolitiker dünken, befangen sind. An die Bekehrung der gesamten Judenheit zur schriftlichen und mündlichen Lehre würde sich kein Politiker, und wenn er noch so unternehmungslustig ist, heranwagen, obwohl die alleinige Lösung dieser Aufgabe noch nicht einmal zum vermutlichen Moschiach legitimiert. Dagegen die Nationalisierung Israels, die politische Renaissance des jüdischen Volkes, eine Aufgabe, an der sich der wahrhafte Moschiach bewährt —: diese Aufgabe hat den politischen Wagemut schon zu den überlieblichsten Projekten entflammt. Mit dem Bau des Heiligtums auf Moria und Israels nationaler Auferstehung ist wohl die B e wä h r u n g des wahrhaften