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Nahalat tsevi · 1933-01-01 · Heft 4-5 (Januar 1933) · p. Seite 123

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
III (5693) 1932/33
Issue
Heft 4-5 (Januar 1933)
Date
1933-01-01
Page
Seite 123 (sequence 11)
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123 des Thorastudiums und der praktischen Religiosität zur öffentliehen Wirksamkeit vielfach ganz unhaltbare Vorstellungen. ,Weiten Kreisen unseres Volkes ist das Feingefühl dafür abhanden gekommen, welch ein ungeheueres Chillul Hascnem es darstellt, wenn ausgesprochene מינים und אםיקורם־ם es wagen dürfen, als die berufenen Vertreter und Repräsentanten des jüdisehen (Volkes öffentlich aufzutreten. Wir reden ferner immer von der stillen, weltfremden Gelehrtenstube im Gegensatz zur Arena des öffentlichen Kampfes, wohin die zarten Blumen der Theorie sich nicht verirren können, ohne von den Roßhufen der lebendigeu Wirklichkeit zertreten zu werden. Der Moschiach wird uns darüber belehren, daß dieser Gegensatz unhaltbar ist; daß selbst jemand, der mit dem Anspruch auftritt, die Welt neu zu ordnen, vor allen Dingen ein Talmid Chochom und ein Zadik sein muß; daß Thdrakunde und Thoratreue nicht bloß den Gelehrten, sondern auch den Reorganisator der Weit charakterisieren und daß eine Arena, in der zarte Blumen zertreten werden, ein Höllenpfuhl, aber keine Stätte des geistigen Kampfes ist. Und es wird drittens der Moschiach ganz Jisroel zur schriftlichen und mündlichen Thora bekehren. Darin liegt für uns heute viel Schmerz und Trost zugleich. Es stimmt uns traurig, weil alles, was unsererseits zur Bekehrung Israels erfolgen kann, immerdar Stückwerk bleiben wird, aber es erhebt uns zugleich mit dem Tröste, daß eine solche Bekehrung letzten Endes nicht unmöglich ist. Israel kann seiner Religion nicht verloren gehen. Ebenso aber wie Israel nur das eine Israel ist, ebenso kann auch Israels Religion nur die eine sein: die schriftliehe und mündliche Lehre. Die Prophezeiungen sind klar, alle inneren Zwistigkeiten verschwinden. Che jammervolle Phrase von der ״Gleichberechtigung aller Richtungen im Judentum“ bricht zusammen. Auf ein religiöses Programm: die alte, unteilbare Thora, wird ganz Israel verpflichtet. Damit würde aber zugleich der Grundgedanke des religiösen Modernismus, die religiöse Entwicklung, mit allen Wurzeln und Aesten aus der Denkweise der Zukunft ausgeschaltet und für die Zeiten bis zum Moschiach nur die Möglichkeit einer religiösen Zurückentwicklung eingeräumt. Dieser Sieg der Zukunft über die Vergangenheit wird nicht kampflos zu erreichen sein. Nicht ohne Kampf fällt dem Moschiach die Frucht!der sich erfüllenden Zeit in den Schoß. Kampf

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