Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- III (5693) 1932/33
- Issue
- Heft 4-5 (Januar 1933)
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 121 (sequence 9)
- Belongs to
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121 Ministern, vom מלכות בית יוד träumt man nicht, denn die demokratischen Anschauungen, die man aus den Morgenblättern seines politischen Leiborgans täglich in sich aufnimmt, projiziert man bewußt oder unbewußt in die messianische Zukunft hinein, und so kommt es, daß man sich das künftige Judäa nur in der Form eines modernen Freistaates vorstellen kann. Dem gegenüber kann nicht scharf genug betont werden, daß das Neue, das uns der Moschiach bringt, in Wirklichkeit nicht neu ist. Es besteht in der Wiedereinrichtung des Alten, vor allem wird das Königtum Davids wieder auferstehen, denn dieses Königtum entspricht nicht einer bestimmten politischen Konstellation, die einmal war, doch niemals wiederkehrt, nicht ging es aus einer zeitlich bestimmten und gebundenen Auffassung des jüdischen Staatslebens hervor, die etwa inzwischen durch neue politische Theorien überwunden werden könnte —: nein, das Königtum Davids gehört mit zu den Programmpunkten der auf den Moschiach harrenden religiösen Restaurationen, die nicht wir vollbringen können, die nur Moschiach vollbringen kann. Ebenso wenig sind wir berechtigt, die Organisation der jüdischen Gesamtheit, wie sie einst bestand und in unseren Tagen mit besonderer Wärme ersehnt wird, etwa auf Grund unserer heutigen politischen Einsicht und unseres heutigen politischen Könnens uns auszumalen. Auch die von uns ersehnte und erstrebte Organisation des Klal Jisroel müssen wir uns als eine Reorganisation des alten Klal Jisroel vorstellen, die lediglich durch Moschiachs Kraft erwirkt werden kann und nur Hand in Hand mit der Verwirklichung der übrigen Punkte des Programms!möglich und auf die Dauer lebensfähig ist. Nationalismus, Organisation, religiöse Renaissance: solange wir diese Dinge als Schlagworte des jüdischen Modernismus empfinden, sind wir nicht reif genug, um das Wunder des Moschiach zu erleben. Der Moschiach ist ein Gegenstand unseres Glaubens, und sein Kommen ein Gegenstand unserer Sehnsucht. Zu beidem sind wir im Sinne des Religionsgesetzes verpflichtet: an seine Persönlichkeit zu glauben und sein Erscheinen zu ersehnen. Wir müssen einerseits überzeugt sein, daß einmal jemand auftreten wird, der kraft göttlicher Sendung und Beglaubigung Israels Vergangenheit zu neuem Leben erweckt, und wir dürfen andererseits mit unseren heutigen Verhältnissen, Zustän-