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Nahalat tsevi · 1933-01-01 · Heft 4-5 (Januar 1933) · p. Seite 118

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
III (5693) 1932/33
Issue
Heft 4-5 (Januar 1933)
Date
1933-01-01
Page
Seite 118 (sequence 6)
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11« treffen, so erklärt sich diese, Tatsache entweder, wie Maimonides in seinem Sendschreiben nach Teman über die Hypothesen Saadjas sich ausspricht, aus den unsäglichen Nöten des Exils, die eine solch fieberhafte Sehnsucht nach dem Ende auslösten, daß dem verzweifelnden Volke der Moschiach in greifbare Nähe gerückt werden mußte, um es vor seelischem Zusammenbruch zu bewahren, oder aber, wie Abärbanel in seinem מעיני הישועה meint, aus der Pflicht des Exegeten, wenigstens den Versuch zu wagen, dunkle Bibelworte mit einem schwachen Lichtschein zu erhellen. Wird sich aber auch über das Ende der Zeiten niemals etwas Sicheres ausmachen lassen, so wird doch der Oedanke an dieses Ende und eben darum auch die Personifikation dieses Gedankens, der Moschiach, niemals aufhören, jüdisches Denken und Fühlen zu beschäftigen. Allerdings hat der Moschiach sich immer damit begnügt und wird auch immer sich begnügen müssen, die jüdische Volksseele nicht von einer zentralen Stelle aus zu beherrschen, sondern immer nur im Hintergründe der jüdischen Gedanken- und Gefühlswelt zu stehen, gleichsam hinter den Kulissen der Weltbühne auf das Stichwort zu warten, das ihn einmal in den Mittelpunkt des Weltgeschehens rufen wird. Bis dahin werden wir die Mahnung des Maimonides stets beherzigen müssen, die er im 12.פרק von הלכות «לכיס ausgesprochen hatו?*א יאריך במדרשות האמורים בענינים :־ אלו וכיוצא בהן ולא ישימם עיקר שאין מביאין לא לידי יראה ולא לידי אהבה Man vertiefe sich in diese Dinge nicht mit solcher Hingabe, wie es wohl dem Reiz entspricht, mit welchem der Moschiach auf die Phantasie des Forschers wirkt, man mache diese Dinge nicht zur Hauptsache, denn sie führen weder zur Gottesfurcht, noch zur Gottesliebe. Wenn diese Mahnung des Maimonides im großen und ganzen stets beherzigt worden ist, so dürfte das eine ausreichende Erklärung für die in der Gegenwart vielfach bemängelte Tatsache sein, daß die Messiaslehre im jüdischen Volke niemals jene schöpferische Energie entfalten könnte, die man ihr in unseren Tagen gerne einh'auchen möchte. Denn es ist doch ohne weiteres klar, daß Dinge, über die man nicht allzu viel inachdenken ®oll, unmöglich! zu jener motorischen Kraft gedeihen können, die sie haben müßten, um das Leben eines Volkes zentral beherrschen und zu politischer Aktivität anfeuern zu können. Aus der Eigenart der jüdischen Messiaslehre erklärt sich die politische Passivität des jüdischen Volkes,

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