Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- III (5693) 1932/33
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1932)
- Date
- 1932-12-01
- Page
- Seite 111 (sequence 51)
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len, wie dieser Misraehi auf einmal das Recht habe, die Hut des Sabbath höher zu stellen, als die Wiilensbildüng der zionistischen Organisation. Man möge ihm doch nicht damit kommen, daß man das Gewissen der Orthodoxie berücksichtigen müßte, er, Grünbaum, halte es für eine Verletzung des Gewissens der Liberalen, wenn man den Sabbath nicht entweih e, außerdem aber sei es unerträglieh, die Formen des Galuth nach Erez Jisroel zu verschleppen und sich unter die ,,Herrschaft eines Sabbathgoi ‘ zu begeben, der man ja ausgeliefert wäre, wenn man den Sabbath so halten wolle, wie in den ״polnischen kleinen Städtchen“. ״Es ist niemals geschehen und wird nicht geschehen“ meint Grünbaum, ״daß sich die jüdi— sehe Gemeinde einem Religionsgesetz unterwirft, das im Gegensatz zu ihren Bedürfnissen steht. Sollten die Misrachisten und die Sabbathhüter es doch zu einem Kampf kommen lassen, statt die Religion dem Leben anzugleichen, dann könne es Vorkommen, daß nicht nur eine religiöse Vor׳״ schaff, die im Gegensatz zum Leben stehe, zerstört würde, sondern die ganze Thora mit.“ Wir kennen den Text, wir kennen die Melodie, und wir glauben nicht daß irgend ein Sehender hier noch den inneren Zusammenhang der nationalistischen zionistischen Bekampfung des göttlichen Willens und der individuellen Assimilation verkennen wird, wenn auch Zionisten da, wo es ihnen paßt, z. B. in Wien, einen Gegensatz zwischen sich und dem liberalen Judentum konstruieren möchten. Aber auch der Führer des Weltmisrachi, Rabbi Meier B e rlin, der mit an jener ultimativen Kundgebung beteiligt war, fühlte sich veranlaßt, etwa einen Monat später bei der Jahresversammlung des englisehen Misraehi beruhigend zu erklären, niemals werde sich der Misrachi vom Zionismus trennen. Ein Gege!1satz, der nur denjenigen in Erstaunen versetzen wird, der die Geschiehte des Misraehi nicht kennt. — Zwei Monate sind vorbei. Wir werden uns weiterhin gestatten, den endgültigen Verlauf dieser Aktion, die für das gesetzestreue Judentum von nicht unerheblichem Interesse ist, zu verfo!- gen, möchten aber i!1 aller Ehrlich״ keit den Wunsch aussprechen, daß diese sechs Monate keine Parallele zu dem Midraschworte anläßlich jener 180 Tage im Buche Esther, Kap. 1. Vers A מלמד שיום ראשו• דיר כיום אדזדון darsteilen, wonach der letzte Tag dieser sechs Monate keinerlei Aenderung gegenüber dem ersten zeigte. Wir erachten es als ein Gebot der Gerechtigkeit, auch darüber zu berichten, daß, nachdem diese Zeilen bereits in Druck gegeben waren, in einer weiteren Nummer des ״Haolam“ R a b b i r: e r Am i e 1, Antwerpen, Herrn Grünbaum 1me s!a ke Abfuhr zuteil werden läßt. Daß 50 Go a 11 e r B e r 1 i n e r J uden nicht einmal am Rausch Haschono und J a u m Kippur die Synagoge besuchten — eine Feststellung, die sich selbstverständlich auf die Mitglieder der Beriiner neutralen Gemeinde bezieht — wurde bei einer Kundgebung der Berliner Jüdischen Gemeinde am 28. November unter dem Titel ״Gemeinde in der Krise“ von dem Vorstanösmitglied Wilhelm G r ä t z mitgeteilt. Daß in einer Zeit, in welcher naturgemäß die Not die gläubigen Mensehen Gott näher bringt, der jüdische