Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- III (5693) 1932/33
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1932)
- Date
- 1932-12-01
- Page
- Seite 97 (sequence 37)
- Belongs to
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97 um einen lebendigen Zusammenhang mit Palästina und der zionistischen Bewegung, man fand Mitarbeiter aus der Jugend- und Arbeiterbewegung in Erez jisroel, die viel dazu beitrugen, dem Bund ein neues Gesicht zu geben. Aber die entscheidende .Wendung, den Bund zum Chaluziuth zu verpflichten, konnte und wollte man noch nicht vollziehen. Wie man in einem früheren Stadium der Entwicklung nicht konkrete Lösungen präsentieren, sondern die Auflockerung der festen Meinungen und Haltungen erzielen, die Welt in ihrer nackten Frag- Würdigkeit und die Menschen in ihrer ganzen Problematik so demonstrieren wollte, daß der Einzelne einen Ausweg finden muß, wenn er nicht zerbrechen will: so wollte auch jetzt der Kadimah seinen Menschen gewisse zionistische Werte vermittein und sie für eine bestimmte Phase ihres Lebens in ״Bewegung“ halten, aber in der Erziehung und Zielsetzung wagte der Bund es noch nicht, den Weg der persönlichen Verwirklichung zu zeigen. Zu zeigen — nicht nur als eine Möglichkeit in der bunten Vielfältigkeit des Lebens, sondern als die verpflichtende Lösung für die jüdisch-zionistische Jugend. Derartige Rücksichten führten zu einer ständigen, deutliehen Distanzierung gegenüber dem JJWB (Brith Haolim), die im Bundesorgan oft zum Ausdruck kommt. Nie ist in einem früheren Stadium in den Blättern des Kadimah über den Brith Haolim gesprochen worden. Das war auch nicht nötig. Jetzt aber sieht man den Weg, den man selbst gehen will, schon längst vom Brith Haolim beschritten. Die Tradition des Bundes verlangt Wahrung der Selbständigkeit, die neugewonnene Ideologie dagegen Vereinigung mit der Gemeinschaft gleicher Zielsetzung. VI. Eine Zeitlang konnte man ein Eigendasein noch rechtfertigen. Wenn auch die Alijah allmählich zu einer moralischen Forderung wurde, so legte sich der Bund doch nicht, wie der Brith Haolim, unbedingt dogmatisch auf sie fest. Chaluziuth ist wohl eine Form zionistischer Verwirklichung, aber nicht die Form. Zionismus ist nicht identisch mit Chaluziuth. Auch die Gauloh hat einen Eigenwert, die Schaffung einer neuen jüdischen Kultur setzt das Bestehen der alten voraus. Ohne kontinuierlichen Zusammenhang, ohne Tradition ist eine lebendige, organische Kultur unmöglich. Die Gauloh ist für ab-