Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- III (5693) 1932/33
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1932)
- Date
- 1932-12-01
- Page
- Seite 94 (sequence 34)
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94 Riesenbund erfassen könnte, erwies sich als irrig. Im Gegenteil: man verlor viele seiner besten Menschen an andere Lager, zum geringen Teil an den chaluzisch-zionistischen JJWB (Brith Haolim), mehr aber an die allgemeine sozialistische und kommunistische Bewegung, wo man mehr Leben fand als in den unaktuellen, reichlich akademischen Diskussionen des Kadimah. Das wurde langsam anders, als die Erkenntnis dieser Fehlerquellen sich im Bunde durchsetzte, nicht unabhängig natürlich von dem Prozeß der allmählichen Verdrängung oder des Ausscheidens der älteren Führer, die den Bund ״gegründet“ hatten, wie man eben ein neues Unternehmen durch Zusammenlegung dreier verkrachter gründet, ohne starken Glauben, mit vielen Sicherungen gegen ״Unfälle“. Die Generation der ״Gründer“ ist bald geschwunden, wie es überhaupt Merkmal der meisten Jugendbünde ist, daß ein Jahr der Bundesgeschichte als ganzes Säkulum empfunden wird. Die Führer von gestern gehören dem sterbenden Jahrhundert an und ״sind immer noch nicht abgeplundert, nicht hinter die Kulissen abgehinkt“. Schon beteiligt man sich an Sammlungen für den Keren Hajessod und Keren Kajemeth, schon lernt man etwas eifriger Hebräisch und treibt Jüdische Geschichte, aber das Charakteristische für diese Entwicklungsphase des Kadimah ist noch nicht die betonte Hinwendung zu zionistischen Zielen sondern die Uebernahme des Scouting, des Cowboy- und Pfadfindertums. III. Wir verstehen unter Scouting einen Erziehungsbund ganz besonderer Art, die ihre klassische Ausprägung im englischen und ihre Nachbildung im deutschen Pfadiindertum gefunden hat. Der jugendliche Mensch, der im heutigen Staate weder politische noch persönliche Rechte hat, sieht sich gezwungen, anderswo die Befriedigung seines Dranges nach Selbständigkeit und seines Geltungstriebes zu suchen. Er schafft sich eine von Erwachsenen unbeeinflußte Welt. Er gestaltet sie in Phantasiebildern, und da nun setzt die Tätigkeit der Scoutbewegung ein, indem sie die durch Sublimierung des Geltungstriebes entstandene Phantasiewelt zu konkretisieren sucht. Man kapselt sich ein gegenüber der Welt des Erwachsenen. Man schafft sich eine auffallende Kleidung (״Kluft“), eine unendliche Anzahl