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Nahalat tsevi · 1932-12-01 · Heft 3 (Dezember 1932) · p. Seite 93

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
III (5693) 1932/33
Issue
Heft 3 (Dezember 1932)
Date
1932-12-01
Page
Seite 93 (sequence 33)
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05 aus einer Sammlung der Reste des ״Blau-Weiß“ entstanden. Es gesellten sich zu diesen Resten noch einige andere Gruppen, die ihren offiziellen Zusammenschluß im Jahre 1926 vollzogen. Der Bund gab sich in betontem Gegensatz zum Blau-Weiß ein unpolitisches Programm. Er lehnte es ab, Nachwuchsbewegung irgend einer Partei zu sein, und konstituierte sich als Jugendbund mit ״reinen“ Erziehungsaufgaben. Man glaubte, den, Niedergang des Blau-Weiß hauptsächlich damit begründen zu können, daß seine Festlegung im zionistischen Sinne die Freiheit allen anderen jüdischen Problemen gegenüber geraubt hatte. Auch die Ueberspitzung des hündischen Prinzip«, wie sie sich unter Führung von Walter Moses1) auswirkte, meinte man für den Zusammenbruch verantwortlich machen zu können. All diese Fehler wollte der Kadimah vermeiden. Man begann also als Erziehungsbund mit einem ganz allgemein gehaltenen jüdischen Ziel, als ein Bund von Erziehern, in dem jeder versuchen sollte, den Zögling zu seiner individueilen Form zu bringen, dabei aber ihm wissensmäßig jüdische Inhalte zu vermitteln. Der Bund von Erziehern war nicht viel mehr als eine Interessengemeinschaft von älteren Führern ohne das starke Bewußtsein einer gemeinsamen Aufgabe in der Welt, die Erzieher und Erzogene vereinigt. Es konnte daher keinen ״Bund“ geben. Wurden Interessen eines Einzelnen verletzt, so! trat der Geschädigte aus, da eine persönliche Bindung und eine Verbundenheit in einem konkreten Ziel nicht da war. Die überwiegende Mehrheit der Führer bezeichnete sich selbst zwar als Zionisten, faßte es aber nicht als Aufgabe dieses Bundes auf, die Jugend zionistisch zu erziehen; die sogenannte ״freie Entscheidung“ sollte jedem einzelnen Vorbehalten bleiben. In der Formulierung des Pädagogen Theodor Litt: ״Führen oder Wachsenlassen?“ hatte man die Fragestellung gefunden, die man auch auf die jüdische Erziehung glaubte anwenden zu müssen. . ■ . :י'— ' . : .!ן ־ ... ,. . Man kann sich vorstellen, daß ein Jugendbund, der sozusagen programmatisch die Grundfragen des Lebens nur zeigen und nicht lösen wollte, nicht sehr attraktiv wirken konnte. Der Glaube, daß man auf einem derartig weiten und wenig konkreten Programm die jüdische Jugend in Deutschland in einem >) S. Jahrg. II d. Zeitschr. S. 290.

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