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Nahalat tsevi · 1932-12-01 · Heft 3 (Dezember 1932) · p. Seite 91

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
III (5693) 1932/33
Issue
Heft 3 (Dezember 1932)
Date
1932-12-01
Page
Seite 91 (sequence 31)
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91 im selben Geiste erfährt die in der Kabbala geläufige Identifizierung des göttlichen Attributes der Größe, גדלה, mit מדת חסד durch die Erläuterung Rabb. Hirschs folgende Aufklärung: ״Nicht in zerstörender Uebermacht will Gott seine Größe offenbaren, sondern ganz eigentlich in seiner seinen geschaffenen Wesen sich liebend zuwendenden Güte, in seiner schaffenden, erhaltenden, bildend erziehenden Fürsorge“ (zu Ps. 104,1). Während גבורה als מדת הדין dahin verständlich gemacht wird, daß ״die 'גבורות די, die Allmachttaten Gottes offenbaren, wie Gottes überwältigende Macht sich in Beugen und Brechen und Niederwerfen aller irdischen Größen und Mächte stark und gewaltig zeigt“ (zu Ps. 145,6). Diese kurze Betrachtung der göttlichen Attribute führt uns nun weiterhin zu einer Erörterung des hiermit zusammenhängenden Gebietes der SYMBOLIK DER TAGESZEITEN. In der Kabbala wird nämlich der Tag durchgängig als die Zeit, in der מדת חסד waltet, und die Nacht, in der מדת הדין herrscht, angesehen. An zahlreichen Stellen des Sohar, besonders zu 21 שמותa, wird diese Anschauung durch Belege aus Schriftversen und durch theoretische Erwägungen erhärtet. Faßt man nun im Geiste der Kabbala מדת ח°ד und מדת הדין ganz allgemein als das Prinzip der Freiheit und das der Unf reih eit auf (denn חסד ist die aus freiem Antrieb gespendete Liebe, während דין die Schranke des Gesetzes bedeutet), So erweisen sich die folgenden, in Kürze wiedergegebenen Aeußerungen Rabb. HirsChs über diesen Fragenkomplex als übereinstimmend mit denjenigen der Kabbala. ״Der Tag legt dem Menschen die Erdwelt zu Füßen. In freier Persönlichkeit steht er aufrecht und meistert mit energievollem, selbständigem Schaffen die Welt um sich zu seinen Zwecken. Die Nacht iwirft auch den Menschen den umschlingenden Banden der Erdelementenwelt in die Arme. Der Tag ist für ihn die Zeit der Selbständigkeit, der Tat. Die Nacht ist auch für ihn die Zeit des Erliegens, die Zeit unfreier Passivität. So ist auch Nacht und Finsternis das allgemeinste Bild für alle Zustände geistiger und physischer Gebundenheit und machtloser Unselbständigkeit, die Menschen und Völker überfallen. ״Wächter! Was wird aus der Nacht?“ schreit Israel aus seinem Exil zu Gott auf. ״Du prüftest mein Herz, verhängtest mir

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