Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- III (5693) 1932/33
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1932)
- Date
- 1932-12-01
- Page
- Seite 86 (sequence 26)
- Belongs to
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56 für bestimmte Begriffe und Prinzipien begreift, nur dazu beitragen, die Lebensanschäuung wie das Lehrgebäude des Judentum umso tiefer zu erfassen. Daß Rabbiner Hirsch auch auf diesem Gebiet der Rationalisierung der Kabbala Wegweiser .sein kann, mag wohl als eine überraschende, aber nichtsdestoweniger!durchaus begreifliehe Tatsache erscheinen. Denn .mochte sich Rabb. Hirsch auch selber (in den 19 Briefen) als ״Uneingeweihter“ bezeichnen und war auch seine Gedankenrichtung von derjenigen der Kabbala gewiß weitgehend differierend, so liefert die weiterhin aufgezeigte Tatsache ihrer Ideen-Kongruenz nur den klassischen Beweis dafür, wie jede vom Urquell wahrhaft jüdischen Geistes ausgehende Forschungsmethode letzten Endes und notwendig in das gleiche Tor der einzigen ewig-unvergänglichen Wahrheit einmünden muß. Die Uebereinstimmung erstreckt sich!auf große Teile des für die innere Erfassung des Judentums wesentlichen Gebietes des jüdischen Gesetzes, dessen Verständnis als die göttliche Willensoffenbarung zugleich eine vertiefte Gotteserkenntnis bedeutet. Während die Anschauungen über Kosmogonie und Theophanie!von vornherein divergierend .sind, ist die weitgehendeÜbereinstimmung auf jenem wesentlicheren Gebiet zunächst darauf zurückzuführen, daß auch die Kabbala den Mizwoth außer ihrem unmittelbar heiligenden Selbstwert eine symbolische Bedeutung zuerkennt und ferner, daß die elementaren Grundbegriffe, die den Unterbau der Mizwoth bilden, in annähernd gleicher Weise, wenn auch von verschiedenen Voraussetzungen ausgehend, symbolisch gedeutet werden. Mit der Darstellung dieser Grundbegriffe soll die folgende Betrachtung sich darum zunächst beschäftigen. DIE ZAHLENSYMBOLIK. Auf diesem Gebiet, das vielfach als das für die Kabbala typischste angesehen wird, sind neben den Buchstabenzahlen der Gottesnamen die Zahlen 6, 7 und 8 von besonderer Bedeutung, weil sie in den Bestimmungen von mehreren Mizwoth- Gruppen häufig wiederkehren. So hät ihnen auch Rabbiner Hirsch erhöhte Aufmerksamkeit zugewendet. Ausgehend vom Psalmvers (104,2): ״Der das Licht umhüllt wie ein Gewand“ erklärt der Sohär (II, 164 b), daß Gott, als er die Welt erschuf, sich in jenes Urlicht hüllte und dadurch