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Nahalat tsevi · 1932-12-01 · Heft 3 (Dezember 1932) · p. Seite 85

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
III (5693) 1932/33
Issue
Heft 3 (Dezember 1932)
Date
1932-12-01
Page
Seite 85 (sequence 25)
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85 möchte, unter dem Entschluss zur Abrogation jeder tieferen Spekulation, die auf eine neue und positive Weise auf jene Welt der Kabbala hätte zurückführen können, ein Entschluss, der sich am unheilvollsten und zerstörendsten in der Theologie Samson Raphael Hirschs ausgewirkt hat, der - ־ ein klassischer Fall eines ״verhinderten Mystikers“ — es vorzog, einen höchst fragwürdigen und fast brutalen Symbolismus eigener Produktion zu statuieren, um nur die Rückbeziehung seiner Welt auf die, die er sich selbst verboten hatte: der Kabbala, ausweichen zu können.“ Diese Sätze, mit denen Gerhard Schalom, Jerusalem, in einer Betrachtung über Rosenzweigs ״Stern der Erlösung“ (in der Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung vom 1. Juni 1932) die ״orthodoxe Ideologie“ seiner Kritik unterwirft, verraten eine solch gründliche Verkennung ihrer Ziele und Tendenzen, dass es nicht überflüssig erscheint, ihre wahre Gedankenrichtung am Beispiel des von ihm berufenen Kronzeugen Samson Raphael Hirsch zu demonstrieren und die tiefe Wesensverwandtschaft von dessen ״höchst fragwürdigen und fast brutalen Symbolismus“ eigener Produktion mit den Gedankengängen der Kabbala unter Beweis zu stellen. Seitdem das Interesse für die kabbalistische Literatur in unserem Jahrzehnt wieder aufs neue erwacht ist, hat eine stattliehe Zahl von philosophierenden Schriftstellern und jüdischen Pseudogelehrten die geheimnisvolle Sprache und mystische Oedankenrichtung dieser Literatur dem modernen Denken und Fühlen näherzubringen unternommen, in voller Uebereinstimmung mit der zeitgenössischen Hinwendung zum Irrationalen einerseits und zur Erlebnisphilosophie andererseits, hat es an Versuchen nicht gefehlt, die Kabbala als Wissenschaft des Irrationalen zu erweisen oder sie in ihrer Gemütstiefe als die der Sehnsucht unserer Zeit entgegenkommende Lehre des Lebens zu erfassen. Eine große Reihe von Sohar-Uebersetzungen, von chassidischen Legendensammlungen und ,von theoretischen Untersuchungen bietet sich uns als Niederschlag dieser Versuche dar. Betrachtet man indessen die kabbalistische Literatur als eine Offenbarung von überzeitlichem Wert, in der die letzten Menschheitsfragen bis auf den tiefsten Grund durchschaut sind und ihre endgültige Antwort erfahren, so sind für die gründliehe Erfassung dieser Erkenntnisse jene Versuche allerdings recht belanglos. Hier kann lediglich eine von reifem Wissen getragene und von jüdischer Wahrheit erfüllte Wissenschaftliehe Arbeit nach innen und außen aufklärend wirken. Losgelöst von den Vorurteilen, die in den Zeichen und Symbolen der Kabbala nichts weiter als ״spielende Magie“ sehen, kann eine ernste Forschung, die sie als bildliche Ausdrucksformen i

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