Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- III (5693) 1932/33
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1932)
- Date
- 1932-12-01
- Page
- Seite 82 (sequence 22)
- Belongs to
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82 Worthülsen macht, unter denen ein jeder sich vorstellen kann was er will. Für die schulentlassene Jugend aber ist dies die ungeeignetste Methode. Sie will Klarheit und Aufrichtigkeit. Entweder im Sinne Rabbiner Hirschs oder 1m Sinne Abraham Geigers. ן Am Vormittagdes 16. November begrüßte Dr. Bäck, Berlin der gestrige Referent von Wiesbaden, heute in seiner Eigen- Schaft als Vorsitzender des Allgemeinen Rabbinerverbandes die Erschienenen und gab Herrn Dr. Wiener, Berlin, das Wort zu seinem Referat über ״Jüdische Lehre und jüdische Theologie.“ Die Tatsache, daß ein solches Referat gehalten werden konnte, welches sich bemühte, in Auseinandersetzung mit verschiedenen Weltanschauungen in der Judenheit unld auch' denStrömungen inner halbderchristlic he nT; h e ologie der Gegenwart einen konkreten jüdischen Lehrinhalt aufzuweisen, ist ebenfalls Beweis dafür, daß man fürderhin im Allgemeinen Rabbinerverband über religiöse Angelegenheiten sprechen darf, doch wurde die Sicherung, welche der nunmehr abgeschaffte Paragraph gegen ein Aufeinanderprallen der gegensätzlichen Richtungen bot, durch eine neue statuarisehe Bestimmung ersetzt, die folgendermaßen lautet: ״ln den Sitzungen des Vorstandes und der Ausschüsse sowie in den Qeneralver- Sammlungen des Allgemeinen Rabbinerverbandes darf in Wort und Tat nichts geschehen, was gegen die maßgebenden religionsgesetzlich en Bestimmungen verstößt.“ Die ganze Zerfahrenheit und Zerklüftung derjenigen Kreise, welche den Allgemeinen Rabbinerverband bilden, wird durch die Annahme eines solchen Paragraphen charakterisiert. Wenn heute irgend ein jüdischer Zweckverband zur Bekämpfung wirtschaftlicher Nöte oder dergl. Zusammentritt, kann man es begreifen, daß es den gesetzestreuen Mitgliedern dieser Organisation genügen mag, wenn sie statuarisch festlegen, daß in ihrer Anwesenheit wie überhaupt in der offiziellen Tätigkeit des Vereins nichts geschehen darf, was der Thora zuwiderläuft. Wenn aber Rabbiner, Lehrer des Judentums, welche der jüdisehen Masse in Konsequenz, Gradheit und Aufrichtigkeit mit Bekennermut voranschreiten sollen, zusammentreten und es öffentlich bekannt ist, daß ein Teil dieser Rabbiner sich als