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Nahalat tsevi · 1932-12-01 · Heft 3 (Dezember 1932) · p. Seite 80

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
III (5693) 1932/33
Issue
Heft 3 (Dezember 1932)
Date
1932-12-01
Page
Seite 80 (sequence 20)
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80 über!diejenigen, die sie ■für ,sich fordern, denn sie wollen Shr gutes Recht als ein /Gnadengeschenk und lassen sich den Lohn ihrer Bildung und Aufklärung mit der Preisgebung ihrer minder glücklichen Brüder bezahlen.“ Die (Anschauung Rießers behielt recht, und so wurden die organisatorischen Pläne Geigers keine Wirklichkeit. Zu einem Referat aber über dasjenige, was Geiger ״plante“, gehört auch diese für ihn charakteristische Einstellung. Die beiden folgenden Redner, Dr. Grüinwald, Mannheim und jDr. Bäck, Berlin, referierten über ״die Paradoxien im Liberalismus“ bezw. über ״Krisis und Lösung“, beide ebenfalls im Anschluß an Abraham Geiger. Nicht erwähnt wurde, wohl weil!es selbstverständlich ist, daß Geiger (in feiner Beziehung, die ganz besonders aktuell ist, vorbildlich der heutigen liberalen Rabbinergeneration vorangegangen ist, nämlich in seiner Meinung über die religiöse Ehescheidung und die Ghali za, welche Geiger als ״abgestorbene aber noch mit ihren Leichenhänden die Gegenwart umklammernde Anordnungen“ bezeichnet. (Wissenschaftliche Zeitung fürfjüdische! Theologie;1837 Seite 10.) In diesem (Punkte besteht, wie ja bekannt, völlige Einmütigkeit zwischen Abraham Geiger und denjenigen, ,die sein Andenken in Wiesbaden gefeiert haben. Eine absolute Abkehr von Geiger zeigten aber diese liberalen Geistliehen, als sie in der späten Nachmittagsstunde des 15. Nov. in das benachbarte Mainz eilten, um dann dort gemeinsam mit den nichtliberalen Kollegen die Tagung des Allgemeinen deutschen Rabbinerverbandes am Abend zu eröffnen. Denn Geiger spricht nicht (nur offen aus, daß für dieiGemfeinden wie für die Prinzipien ״nur eine völlige Spaltung“ der Orthödoxie und der Reform das Hei! bringt und daß sich die große Kluft zwischen den zwei verschiedenen Richtungen nicht ausfüllen läßt, sondern!er hätte ganz besonders dafür kein Verständnis!gehabt, daß sich seine Jünger freiwillig mit anderen Rabbinern zusammensetzen, die er ,selber in eindeutiger Weise in einem Artikel charakterisiert, welcher den aktuellen Titel ״Die Rabbinerzusammenkunft“ trägt. (Wissenschaftliche Zeitung für jüdische Theologie III. Seite 13) Darin kennzeichnet er diejenigen Rabbiner, welche eine religiönsgesetzüchte Anfrage nach dem!Schülchan A,ruch beantworten — und dazu ge-

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