Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- III (5693) 1932/33
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1932)
- Date
- 1932-12-01
- Page
- Seite 74 (sequence 14)
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Uebersinnlichen, der Ewigkeit und ■ihrer Ethik, der Ewigkeit und dem von ihm gelehrten Sinn der Menschheit den Kampf ansagen. Der Rest der gemeinsamen Sprache wurde mißbraucht zu einem Versuch der Vergötterung: der Menschheit. Da zerfiel das Gebäude und der Völkerbund. Ob Segen oder Unsegen, wir wissen es nicht. Die Güte des Allmächtigen war es, welche die Menschheit in die Schule des Nationalismus sandte. Denn nach unserer Auffassung ist es nur eine Schule. Man darf die Geschichte dieses jämmerlichen ersten Versuches eines Völkerbundes nur betrachten unter dem Gesichtswinkel des Gegenbildes, welches uns der Prophet Zephanja (III, 9) entwirft. Es ist seltsam, Menschheitseinheit ist dort unlöslich verbunden mit Spracheinheit, und diese Spracheinheit ist wiederum geknüpft an eine allgemeine Sehnsucht nach dem Uebersinnlichen, nach dem Irrationalen. Jedenfalls befindet sich die Menschheit unterwegs, zwischen der Katastrophe des ersten Völkerbundes und dem: Endziel. Dieses Unterwegs heißt Nationalismus. Von höherer .Warte aus mag man sich getrost an Herder und Humboldt anlehnen, welcher das Differentielle der Sprachen aus den Verschiedenheiten des Denkens und Empfindens abzuleiten versucht. In unserer Zeit, da es den Anschein hat, als ob nationale Schranken nur noch wirtschaftlich beinhaltet wären, da das Wort von einer nationalen Kultur immer mehr und mehr schemenhaft zerfließt, da bei alledem die nationalen Gegensätze bis zur Verschärfung des Waffen- und Wirtschaftskrieges sich erhitzen, ist es doppelt wichtig, festzustellen, daß die nationalen Sonderungen, heute noch im wesentlichen ausgedrückt in Sprachsünderungen, auf Verschiedenheiten des Denk- und Empfindungslebens beruhen. Darum ist es dem Völkerbund unserer Tage verwehrt, zu einer sittlichen Welterlösung zu werden, weil er nur die äußeren Momente der nationalen Scheidungen erfassen will, dagegen eine volle Klarheit über die Unterschiede des Empfindens und Denkens nicht in Betracht zieht. Lag es bei dem ersten Völkerbund nicht verzweifelt nahe, daß bei dem Streben auf Erstellung eines Machtsymbols anstelle einer Macht sich Mächte bildeten? Und also geschah es. Mächte entstanden, die darauf beruhten, daß sie sich von anderen abhoben, und aus der Sprache der Schöpfung wurde ein Sprachengewirr der Zerstörung. Die Sprache versank, aber die Erinnerung blieb. Sie wirkt heute noch, denn je nach den