Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- III (5693) 1932/33
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1932)
- Date
- 1932-12-01
- Page
- Seite 73 (sequence 13)
- Belongs to
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wir die Erzählung vom Geschlechte der ״Spaltung“ dieser Betrachtung, so mag es vom Chauvinisten abwärts viele geben, welche diese Stunde segnen, andererseits hinauf bis zum Kosmopoliten eine stattliche Reihe diesem Geschlechte fluchen. Daß in der Vorzeit bis tief hinein in geschichtlich erhellte Perioden der Begriff Nation aufs engste mit der Sprache zusammenhing, darf als bekannt vorausgesetzt werden. So knüpft ja auch der Bericht der Bibel die nationale Gliederung an die Tatsache der Zerreißung des Einheitsbestandes der Sprache. Seit Hajum Steinthal eigentlich ein wenig angebautes Gebiet, Sprachpsychologie und Entstehung der Sprache. Schon alte Commentare machen darauf aufmerksam, daß die Tatsache der Sprachendifferenzierungen in der heiligen Schrift für die Japhetoiden in anderer Form mitgeteilt wird, als für die Semiten und Hamiten. Zunächst in der Reihenfolge: dort Land — Sprache — Sippe — Volk, hier Sippe — Sprache — Land — Volk. Dort also die räumliche Einheit als das erste Prinzip der Sonderung, hier die Sippe -= Zusammengehörigkeit. Es sieht aber in beiden Fällen so aus, als ob irgend etwas, sei es Landeinheit oder Sippenbewußtsein als Motiv einer bewußten Sprachbildung angesehen sein sollte. Im weiteren Verlauf könnte man es so darstellen, daß bei den Indogermanen der gemeinsame Landbesitz als das Ausschlaggebende für Nationsbildung dargestellt wird, bei den anderen die Rlutsverwandtschaft. Nationale Sonderung hatte aber nach dieser Auffassung der sogenannten Völkertafel stets Sprachensonderung zur Folge. Da ist eine Stelle im Talmud Jeruschälmi einschlägig und hochinteressant, die nach der Erklärung des Torah temimah etwa Folgendes besagt. Gewiß waren schon vor dem Turmbauversuch in der Senkung Sinear Ansätze zur nationalen und sprachlichen Sonderung vorhanden. Aber daneben bestand immer noch als eine Art Volapük die Sprache der Bibel. Es gab immerhin noch in einzelnen Wort- und Ausdrucksgruppen (devorim achodim) die Möglichkeit gegenseitiger Verständigung. Und der Menschheit war es bange geworden ob des drohenden Auseinandenaliens. Und sie glaubte, ein Symbol würde genügen, und wollte einen Völkerbund gründen als Verkörperung, als Versinnlichung der Menschenmacht und wollte fest in der Erde wurzeln und wollte ein Idol und wollte im ragenden Bau einer zum Götzen gewordenen Technik dem Himmel, dem